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Forschung

Zentrale Forschungsfelder der Altamerikanistik/Kulturanthropologie sind die Visuelle und Medienanthropologie, Migrationsethnologie, Genderforschung, Emotionsforschung, Politische Anthropologie, Religionsethnologie, Sportethnologie sowie Soziolinguistik und Linguistik am Beispiel indigener Sprachen. Sie tragen zum interdisziplinären Forschungsprofil Lateinamerika: Verflechtungen und Translationen des Lateinamerika-Instituts bei. Die Forschungsprojekte fokussieren transnationale, transregionale und translokale Verflechtungen und die darauf aufbauenden Wissensprojekte und Historizitäten, die einerseits die Vergangenheit Lateinamerikas, schon vor der europäischen Eroberung, und andererseits die Gegenwart prägen.

Die Forschungsinteressen finden auch in den aktuellen Dissertationsprojekten Ausdruck. Die Altamerikanistik/Kulturanthropologie bildet Doktorand/inn/en im Rahmen des internationalen Graduiertenkollegs „Entre Espacios – Zwischen Räumen. Bewegungen, Akteure und Repräsentationen der Globalisierung”, des Kompetenznetzwerks “desiguALdades.net Interdependent Inequalities in Latin America sowie des „Forschungszentrums Brasilien aus.

Forschungsergebnisse werden u.a. im Rahmen der Tagungen der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde, der Gesellschaft für Ethnographie, der European Association of Social Anthropologists und der Congresos Internacionales de Americanistas regelmäßig vorgestellt.

 

Aktuelle Drittmittelprojekte

Der DFG-Sonderforschungsbereich „Affective Societies – Dynamiken des Zusammenlebens in bewegten Welten“ verfolgt das Ziel, ein neues Verständnis von Gesellschaften zu etablieren, das der fundamentalen Bedeutung von Emotionalität und Affektivität für das Zusammenleben in den mobilen und vernetzten Welten des 21. Jahrhunderts Rechnung trägt. Die teilnehmenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus zehn Disziplinen gehen davon aus, dass Emotionen und Affekte keine Randphänomene sind, sondern die Basis jeglicher Sozialität. Beteiligte Einrichtungen sind neben der Freien Universität die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité Universitätsmedizin Berlin, der gemeinsame medizinische Fachbereich von Freier Universität und Humboldt-Universität sowie das Institut für Soziologie der Technischen Universität Berlin.

Die Altamerikanistik/Kulturanthropologie des Lateinamerika-Instituts beteiligt sich mit dem Teilprojekt A05 „Die affektive Produktion von ‚Heimat‘: Patronatsfestvideos im transnationalen Kontext Mexiko/USA“ am SFB 1171. Es untersucht aus visuell-anthropologischer Perspektive, wie zwischen Mexiko und den USA transnationale Zugehörigkeit in und durch das Medium des Patronatsfestvideos affektiv hergestellt und verhandelt wird. Die Videos konstituieren ein eigenes Genre, das seit dem Jahr 2000 im Zuge der internationalen Migration aus Oaxacas Sierra Norte in die USA, aktuell eine der Hauptsenderegionen Mexikos, entstanden ist. Unter der Leitung von Prof. Dr. Ingrid Kummels geht das Teilprojekt der Frage nach, wie die Akteur_innen grenzübergreifend affektiv ‚Heimat‘ im Rahmen der Produktion, der Zirkulation und des Konsums von Videofilmen, die das Fest zu Ehren der Schutzheiligen in der mexikanischen Herkunftsgemeinde dokumentieren, bilden. 

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Abgeschlossene Drittmittelprojekte

  • Zeitzeugen des Kulturkontakts: Neue Forschungs- und Interpretationszugänge zum materiellen Erbe der indigenen Bevölkerung des Amazonasgebietes (Oberer Rio Negro), Gemeinschaftsprojekt von Prof. Dr. Ingrid Kummels (FU Berlin) mit Dr. Michael Kraus (Universität Bonn) und Prof. Dr. Ernst Halbmayer (Universität Marburg), finanziert durch die Volkswagen Stiftung
  • DFG-Projekt „Erforschung interkultureller Kommunikationsräume in Alt-Peru am Beispiel der formativzeitlichen Besiedlung der Siedlungskammer Cayán“ (2009-2010)

 

Aktuelle Post-Doc-Projekte

  • Lidola, Maria: "Wissen in medizinischen Süd-Süd-Kooperationen: Kubanische Ärzt/innen in urbanen Armutsgegenden Rio de Janeiros, Brasilien"
  • Sabina Aguilera: "Unraveling Tarahumara perceptions of landscape through historical documents"

 

Aktuelle Habilitationen

Abgeschlossene Habilitationen

  • Stephanie Schütze: "Transnationale politische Räume: Arenen des politischen Engagements mexikanischer Migrant/innen zwischen Mexiko und den USA"
  • Karoline Noack: "Textilien und die Produktion von kolonialer Differenz in der Kontaktzone: Trujillo in der nördlichen audiencia Lima, Peru im 16. und frühen 17. Jahrhundert" (2010)