Cuba

Forschungsprogramm

In Anlehnung an die in den Kultur- und Sozialwissenschaften verstärkt diskutierte Frage nach der Genese und den historischen Veränderungen von Räumen möchte das Internationale Graduiertenkolleg innovative Forschungen zur Globalisierung anregen und die Zwischenräume identifizieren, die in den Globalisierungsprozessen seit der Kolonialzeit entstanden sind und bis heute entstehen. Globalisierungsprozesse werden dabei verstanden als sich herausbildende weltweite Integrationszusammenhänge, die von regionaler Fragmentierung und konflikthaften Aushandlungen geprägt waren. In zeitlicher Hinsicht fokussiert das Forschungsprogramm drei Hochphasen der Globalisierung in der Kolonialzeit, im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert sowie in der Gegenwart. Es thematisiert die Geschichte der Globalisierung aus der Perspektive Lateinamerikas. In methodisch-theoretischer Hinsicht orientiert sich das Forschungsprogramm an den in der Geschichtswissenschaft und anderen sozial- und kulturwissenschaftlichen Fächern im letzten Jahrzehnt entwickelten transnationalen und transkulturellen Perspektiven und aktuellen Debatten, etwa im Bereich der Transfer- und Translationsforschung.

Dabei ist Mexiko wie kaum ein anderer Ort in Amerika eine Drehscheibe der Globalisierung und eine Schnittstelle zwischen Nord und Süd sowie zwischen Ost und West: von der konfliktreichen Geschichte der Beziehungen zwischen Mexiko und den USA seit dem 19. Jahrhundert bis hin zu seiner geo- und wirtschaftspolitischen Sonderstellung der Gegenwart; von der ab 1571 zwischen Acapulco und Asien verkehrenden Manila-Galeone bis hin zu seiner besonderen Positionierung im Systemkonflikt des 20. Jahrhunderts.

Zwar stellen Mexikos transregionale Verflechtungen einen Schwerpunkt des Kollegs dar; die Forschungsfragen des Internationalen Graduiertenkollegs ermöglichen jedoch ebenso Dissertations- und Forschungsprojekte, die sich mit anderen Ländern und Regionen auseinandersetzen.