Cuba

Internationale Kooperationen

Seit 2011 arbeiten wir mit Kollegen in Lateinamerika zu verschiedenen Themen.

 

In den aktuellen Debatten zur neueren Geschichte steht die Auseinandersetzung mit den Prozessen der Globalisierung, des Transfers und der Vernetzung im Vordergrund. In Europa und Lateinamerika werden jedoch durchaus unterschiedliche theoretische Ansätze verfolgt. Während sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Lateinamerika-Instituts (LAI) in Berlin intensiv mit Fragen des Transfers beschäftigen, erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituto de Desarollo Económico Social (IDES) in Buenos Aires Dynamiken und Entwicklungen von Wissenszirkulationen. Unter Anderem mit dem Workshop „Wissenstransfers und -zirkulationen zwischen Argentinien und Europa im 19. und 20. Jahrhundert" (Programm) werden diese Forscherinnen und Forscher zusammengeführt, um theoretische und methodische Probleme der genannten Forschungsfelder zu diskutieren. Damit wird ein transatlantisches, transnationales Forschungsthema in einem ebenso angelegten Forscherteam bearbeitet.

Wissenschaftler/innen aus Berlin und Buenos Aires im Instituto de Desarollo Económico Social (IDES)

 

Die transnationalen Wissenszirkulationen lassen sich in zwei analytische Ebenen unter­gliedern: zum einen die Akteure als Träger und Vermittler des Wissens, die sich an der Initiierung, dem Ausbau und der Aufrechterhaltung von Wissensflüssen beteiligten oder von diesen profitierten; zum anderen die Zirkulation von Ideen, Konzepten und Repräsentationen sowie die Regulierung von Wissen. Diese beiden Analyseebenen werden im Rahmen der vom DAAD im PROBRAL-Programm geförderten Forschungskooperation mit der PUCRS in den Themenbereichen Staat und Wissenspolitik, wissenschaftliches Wissen im atlantischen Kontext, Intellektuelle, Ideentransfers, Rezeptionsgeschichte und Translation und Migration, Wissen und Lebenswelt untersucht (Bericht Workshop).

 

             Wissenschaftler/innen aus Berlin und Porto Alegre bei einem Workshop an der PUCRS


In den vergangenen Jahren haben sich Themen der Erinnerung zu einem zentralen Forschungsfokus (Forschung zur Erinnerung am LAI) entwickelt und sind zudem in öffentlichen Debatten äußerst präsent. Hinsichtlich Lateinamerika wird die Aufmerksamkeit diesbezüglich vor allem auf Verbrechen und Militärdiktaturen gerichtet. Im Rahmen dieser aktuellen Diskurse steht die Auseinandersetzung um die Beziehung zwischen Erinnerung auf der einen Seite und Konfliktlösung auf der anderen Seite im Vordergrund. An dieser Stelle setzt die Kooperation mit der Universidad de los Andes an. Unter anderem wurde bereits in einem Workshop (Programm, Bericht) ein Rahmen zur Diskussion der Besonderheiten des kolumbianischen Falls im lateinamerikanischen und globalen Kontext geboten.

Hendrikje Grunow, Lasse Hölck, Mónika Contreras Saiz (links) mit Kollegen der Universidad de los Andes.