Cuba

„Wir sind keine Chilenen, wir sind Mapuche.“ Die Mapuche im Spannungsfeld zwischen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft, 1973-1997, Historamericana 36 (Stuttgart: Heinz 2015)

„Wir sind keine Chilenen, wir sind Mapuche“
„Wir sind keine Chilenen, wir sind Mapuche“

Johanna Höhl— 2015

Die Begriffe conflicto mapuche oder problema mapuche sind in Chile seit Mitte der 1990er Jahre weit verbreitet. Medien, Politik, Unternehmer aber auch Mapuche-Organisationen verwende diese Termini, um sich auf die Konflikte zwischen den Mapuche und dem chilenischen Staat, teilweise aber auch den Wirtschaftsunternehmen und der chilenischen Gesellschaft zu beziehen. Doch gibt es überhaupt einen solchen Konflikt? Diese Arbeit analysiert die Entwicklungen der Positionen und Identitäten der genannten Akteure zwischen 1973 und 1997. Sie stellt heraus, dass die Konstruktion der Konfliktgruppen eng an die ethnischen Konstruktionsprozesse der Mapuche, aber auch die damit verbundenen Fremdwahrnehmungen geknüpft ist. Hieraus ergeben sich oftmals Differenzen, die zu Auseinandersetzungen geführt haben. Außerdem hat die Analyse des Untersuchungszeitraums gezeigt, dass sich die Beziehungen zwischen den betrachteten Akteuren nicht nur durch Spannungen, sondern auch durch Kooperationen ausgezeichnet haben. So haben beispielsweise Teile der Mapuche den Militärputsch 1973 sowie die darauffolgende Militärdiktatur unterstützt und Pinochets politische Maßnahmen befürwortet.

Titel„Wir sind keine Chilenen, wir sind Mapuche.“ Die Mapuche im Spannungsfeld zwischen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft, 1973-1997, Historamericana 36 (Stuttgart: Heinz 2015)
VerfasserJohanna Höhl
Datum2015
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