Douglas Valeriano Pompeu

ZI Lateinameria-Institut

Doktorand

Aufgabenbereich

Literaturen und Kulturen Lateinamerikas

E-Mail glaspom@me.com

Von 2004 bis 2008 studierte ich Linguistik und Literatur am Instituto de Estudos da Linguagem (IEL) an der Universidade Estadual de Campinas (UNICAMP) mit Abschlussarbeiten im Zwischenraum der Literatur- und Sprachwissenschaft. 2008 habe ich in São Paulo mit anderen Forschern bis 2009 als Mitarbeiter bei der Stiftung Itaú Cultural gearbeitet. In diesem Zusammenarbeit entstand das Buch Protocolos Críticos (2009, Iluminuras), das sich in verschiedenen Beiträgen mit der aktuellen Beziehung zwischen der Kritik und dem Verlagsmarkt für die brasilianische Gegenwartsliteratur beschäftigt. Ab 2009 wechselte ich in den Bereich der Germanistik an der Universidade de São Paulo (USP) mit einer Forschung zum Werk von W.G. Sebald, die mich in die Arbeit mit Archiven eingeführt hat. Aufgrund meiner Masterarbeit  machte ich 2010 und 2011 zwei Forschungsaufenthalte im Deutschen Literaturarchiv in Marbach (DLA). Seitdem arbeite ich nebenbei als freiberuflicher Übersetzer und unterrichte Portugiesisch als Fremdsprache. Zusammenfassend kann ich sagen, dass sich meine akademischen Interessen und Tätigkeiten seitdem auf die brasilianische und deutsche Gegenwartsliteratur, Verlagspolitik, Übersetzung und Archive konzentrieren.

Dissertationsprojekt: Eine brasilianische Insel im deutschen Sprachraum: die Rolle des Suhrkamp- und Insel-Verlags in der Rezeption der Literatur aus Brasilien

Mein aktuelles Projekt beschäftigt sich mit der Verbreitung der brasilianischen Gegenwartsliteratur im deutschen Sprachraum, die vom Suhrkamp und Insel Verlag publiziert wurde. Es fokussiert sich auf die Dialoge zwischen Verlegern, Autoren, Lektoren, Agenten, Kritikern, Wissenschaftlern und Übersetzern und will ihre verlegerischen Strategien in der Produktion, Rezeption, Auseinandersetzung und Schaffung einer Präsenz der brasilianischen Kultur und Literatur im deutschsprachigen literarischen System diskutieren. Durch die Verflechtung zwischen den deutschen und den brasilianischen literarischen Feldern hat es in seinem Forschungshorizont zu reflektieren, wie diese Präsenz die Rezeption der heutigen brasilianischen Literatur im deutschsprachigen Raum beeinflusst und reguliert.

Als Hauptziel hat das Projekt die Erschließung eines noch unbekannten Kapitels der Geschichte der brasilianischen Literatur außerhalb Brasiliens. Dieses durch den Nachlass vom Suhrkamp-Verlag zu schreibende Kapitel, darf nicht isoliert betrachtet werden, sondern es muss mit der in Brasilien geschriebenen Geschichte gekreuzt werden, um die Diskussion über den Begriff Nationalliteratur zu problematisieren und anzureichern. Bei der Diskussion der Nationalliteratur kommen auch die Begriffe Weltliteratur und Literaturen der Welt in Frage. In diesem Zusammenhang will die Untersuchung herausfinden, wie die Internationalisierung einer Nationalliteratur erfolgt, ohne ihre regionalen Eigenschaften zu verlieren.