Candela Marini

Candela Marini
Candela Marini

(Abschluss Oktober 2012)

Sie haben am LAI den Master-Studiengang „Interdisziplinäre Lateinamerika-Studien“ absolviert. Heute befinden Sie sich in einem beruflichen Kontext, in dem das Wissen über die Literaturen und Kulturen Lateinamerikas eine wichtige Rolle für Sie spielt. Wie kam es während Ihres Studiums zu dieser Karriere-Entscheidung?

Nach dem Master habe ich mich für den Promotionsstudiengang „Romance Studies“ (Spanisch) an der Duke Universität in den Vereinigten Staaten entschieden. Mein heutiges Studium begeistert mich und ist eine Ergänzung meiner ursprünglichen Idee, Lateinamerika aus der Sicht unterschiedlicher Fachgebiete zu studieren. Allerdings ist mir erst nach dem Abschluss meiner Licenciatura in Argentinien und dem Umzug nach Berlin bewusst geworden, dass Lateinamerika als eine in Zusammenhang stehende Welt betrachtet werden muss. Das interdisziplinäre Angebot des Lateinamerika-Instituts hat mir daher zu diesem Zeitpunkt sehr

Welches Thema hat Sie während Ihres Studiums besonders begeistert? Haben Sie darüber Ihre Abschlussarbeit geschrieben?

Das LAI hat mir die Möglichkeit geboten, an einem interdisziplinären Studiengang teilzunehmen und dennoch ein besonderes Interesse für die Literatur zu entwickelt, d.h., diese in einem breiteren Kontext zu studieren, was den Einstieg ohne literaturwissenschaftlichen Hintergrund erleichtert hat. Dieses Studienjahr stellte für mich also eine starke Brücke zwischen meinem vorigen Studium und dem PhD in Literatur (Romance Studies) an der Universität Duke dar.
Die Einführung in aktuelle Fragen und Debatten, die Lateinamerika heute bewegen, hat mir während meines Studiums am LAI am meisten gefallen. Ich habe angefangen, auf unterschiedliche Probleme und Perspektiven zu achten, so z.B. auf Themen wie Migration und Diaspora, Geschlechterverhältnisse, Theorie der Dekolonialität und die Frage des Raums (geographischer Raum, literarischer Raum, visueller Raum). All diese Aspekte verstärkten mein Interesse, mich mit aktuellen Themen zu beschäftigen.
Als ehemalige Studentin der Geschichte habe ich versucht, diese für mich neuen Perspektiven, auf das argentinische 19. Jahrhundert anzuwenden, indem ich die Frage des Raums in der Reiseliteratur eben dieser Zeit untersucht habe. So kam ich auf den Fall des Fotografen Antonio Pozzo, der die unsachgemäß bezeichnete Campaña del Desierto in Bilder umgesetzt hat. Über dieses Thema habe ich meine Abschlussarbeit geschrieben.

Können Sie uns ein bisschen über Ihre aktuellen Tätigkeiten erzählen und inwiefern diese in Zusammenhang mit Ihrem Studium stehen?

Der PhD-Studiengang an der Duke Universität erfordert, dass ich gleichzeitig studiere und arbeite. Je nach Semester arbeite ich entweder als wissenschaftliche Assistentin oder als Dozentin. Zusätzlich muss ich an Kursen verschiedener Fachgebiete teilnehmen.
Durch die vielen Tätigkeiten sammelt man Erfahrungen und bekommt Einblicke in die Berufswelt. Es wird auch immer eindeutiger, wie viel Nutzen ich aus den verschiedenen Fächern, die ich studiert habe, ziehen kann, um das Thema meiner Doktorarbeit genauer zu definieren. Innerhalb meines Projekts werde ich die Masterarbeit, die ich am LAI geschrieben habe, weiterentwickeln können. Ich werde mich mit der Literatur und Fotografie des 19. Jahrhunderts beschäftigen, wobei ich abgesehen von Pozzo und Argentinien noch weitere Länder und Künstler mit einbeziehen werde.