Diana Grothues

Diana Grothues
Diana Grothues
Bildquelle: © Jaqueline Hirscher

(Abschluss November 2011)

Sie haben am LAI den Magister-Studiengang „Lateinamerikanistik“ absolviert. Heute befinden Sie sich in einem beruflichen Kontext, in dem das Wissen über die Literaturen und Kulturen Lateinamerikas eine wichtige Rolle für Sie spielt. Wie kam es während Ihres Studiums zu dieser Karriere-Entscheidung?

Ich arbeite seit etwa 2009 im Wissenschafts- und Kulturbetrieb mit Schwerpunkt Kultur- und Projektmanagement. Bereits während meines Studiums war ich u.a. im Rahmen meiner Tätigkeit als studentische Mitarbeiterin des Internationalen Graduiertenkollegs „Zwischen Räumen“ an der Organisation von wissenschaftlichen Tagungen, Workshops und Gastvorträgen beteiligt. Des Weiteren begann ich, in etwa im selben Zeitraum, Lesungen und Performances mit lateinamerikanischen Autorinnen und Autoren für das mobile lateinamerikanische Poesiefestivals „Latinale“ in verschiedenen deutschen Städten zu organisieren. Da das Magisterstudium der Lateinamerikanistik insbesondere im Hauptstudium sehr literaturwissenschaftlich und theoretisch ausgerichtet war, hatte der stete Bezug zur Praxis für mich eine zentrale Rolle.

Welches Thema hat Sie während Ihres Studiums besonders begeistert? Haben Sie darüber Ihre Abschlussarbeit geschrieben?

Im Hauptstudium hatte ich die Möglichkeit, an der interdisziplinären Forschungsexkursion „Transnationale und transkulturelle Prozesse im Grenzraum Mexiko-USA“ nach Mexiko-Stadt, Tijuana und San Diego teilzunehmen. Im Rahmen meines damaligen Forschungsprojektes beschäftigte ich mich intensiv mit kulturellen Produktionen in Grenzräumen. Darüber hinaus führte ich im selben Zeitraum, gemeinsam mit Florian Geierstanger, Interviews für unseren Dokumentarfilm Transgresiones (2007). Unser Ziel war es, unsere eigene Position als Europäer/-in und unseren Blick auf Tijuana filmisch darzustellen, jedoch mithilfe von Arbeiten lokaler Künstler/-innen ein möglichst differenziertes Porträt der Stadt zu zeigen. Im Wintersemester 2008/2009 absolvierte ich an der Universidad de Sevilla ein Auslandssemester und entwickelte im Gespräch mit Lehrenden der Kommunikationswissenschaften, der Hispanistik und der Islamwissenschaften über die Grenze zwischen Marokko und Spanien meine Forschungsidee für die Abschlussarbeit. Während meines Aufenthalts in Sevilla reiste ich auch nach Tanger und unterhielt mich dort mit einem Wissenschaftler, Mitgliedern des International Centre for Performance Studies (ICPS) und einem Filmproduzenten über die Stadt und die Repräsentation im Film. In meiner Abschlussarbeit habe ich mich letztlich mit der filmischen Darstellung der beiden Grenzstädte Tijuana und Tanger im Vergleich auseinandergesetzt.

Können Sie uns ein bisschen über Ihre aktuellen Tätigkeiten erzählen und inwiefern diese in Zusammenhang mit Ihrem Studium stehen?

Direkt im Anschluss an mein Studienende habe ich als Redaktionsassistentin für wissenschaftliche Publikationen verschiedener Universitäten gearbeitet, darunter auch für das Lateinamerika-Institut. Des Weiteren übersetze ich Poesie und Prosa aus dem Spanischen und bin freie Redakteurin des Berliner Literaturmagazins „alba. lateinamerika lesen“. Seit Juni 2013 arbeite ich als Redakteurin in der Pressestelle der Alice Salomon Hochschule in Hellersdorf und bin insbesondere für das Hochschulmagazin „alice“ verantwortlich. Im Rahmen dessen hatte ich kürzlich etwa die Möglichkeit ein Interview mit der mexikanischen Frauenrechtlerin Norma Andrade aus Ciudad Juárez zu führen. Hier waren meine im Studium erworbenen Sprachkenntnisse wie auch meine Fachkenntnisse des Grenzraums Mexiko-USA von großem Vorteil.