MA-Projektkurs SoSe 2010-WS 2010/11

 

Lateinamerika/Berlin – Projekte

Die hier präsentierten Projekte von Studierenden des MA-Studiengangs Interdisziplinäre Lateinamerikastudien sind aus einem zweisemestrigen Projekt-Kurs im Sommersemester 2010 und Wintersemester 2011 unter der Leitung von Prof. Susanne Klengel und Prof. Ingrid Kummels hervorgegangen. Unser Kurs hieß Lateinamerika/Berlin – Kulturwissenschaftliche Perspektiven und befasste sich mit den vielfältigen Austauschbeziehungen zwischen Lateinamerika und dem kulturellen Raum Berlin.

Ausgehend von ihren eigenen Interessen am lateinamerikanischen Kulturleben Berlins haben die Kursteilnehmer/innen ihre Projekte konzipiert und sich ihre Gesprächspartner und -partnerinnen gesucht. Feldforschung vor Ort in Berlin wechselte sich ab mit Phasen der Reflexion und der Präsentation der Projekte in der Universität.

Skizzen dieser Projekte werden nun auf dieser Homepage präsentiert. Sie sind so unterschiedlich wie die Projekte selbst. Gerade diese Vielfalt war für alle Projektteilnehmer/innen immer wieder überraschend und inspirierend.

Diese Erfahrung möchten wir durch diese Webseite mit interessierten Leser/innen teilen.

 

Paula Davter

Tangokultur im Kino

"Der Tango ist eine Art Volksmusik, welche nicht als folklorisch zu bezeichnen ist. Er stammt aus dem Rio de la Plata-Raum und seine Liedtexte erinnern an die sozialen Chroniken aus einer Zeit von intensivem Migrationsfluss. Der Ursprung des Tangos reicht in die letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts zurück, als sowohl in Buenos Aires als auch in Montevideo eine wahre kulturelle Melange der Bewohner dieses Wohnraumes zu erleben war. Genau dort haben sich Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund getroffen. Dabei sind vertriebene Menschen vom Land, Criollos und meist Europäische Einwanderer zusammengeströmt. In diesem Zusammenhang ist der Tango als Resultat eines kulturellen Hybridisierungsprozesses zu verstehen, in dem viele Musikformen wie die Habanera, die Polka und die Milonga maßgeblich waren..."

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Charlene Florencio dos Santos

Künstler im transnationalen Kontext. Kultur(zu)flüsse: Eine brasilianische Kinderbuchautorin in Österreich

"In meinem Projekt habe ich untersucht, wie in Berlin brasilianische Kultur - realisiert von einzelnen Künstlern und im Zusammenhang mit Institutionen - vermittelt und verbreitet wird und welchen Beitrag sie für deren Erhalt leisten.

Da ich im Laufe meiner Recherchen die fast unübersehbare Vielfalt an brasilianischen Kultureinrichtungen und Einzelkünstlern in Berlin wahrnahm, entschied ich, mich auf eine Institution zu beschränken, die die brasilianische Kultur in Berlin repräsentativ vertreten könnte. Die „A Livraria“, die sich im brasilianischen Kontext schon einen Namen in Berlin gemacht hat, fungiert als solch ein Vermittler brasilianischer Kunst und Kultur und ist somit wichtiger Bestandteil der brasilianischen Kulturlandschaft in Berlin..."

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Teobaldo Lagos Preller

"Vida de ciencia ficción": La obra de Marcela Moraga Millán

"Mi proyecto consistió en la exploración de cómo artistas contemporáneos de América Latina construyen a Berlín en su obra. Esto tuvo como consecuencia práctica el invitar a Marcela Moraga a presentar su trabajo en el salón 201, que tiene la forma de un aula o incluso de una sala de negocios – donde las cosas se negocian. Y eso era importante: el aula es ese espacio en el que normalmente escuchamos cátedras, ponencias o discutimos temas de la realidad extra-muros con los medios y conceptos intra-muros. Ahí nos encontrábamos después en una reunión de tamaño reducido con esta artista que desde la década de 1990 trabaja con el desmontaje estético de diferentes discursos del espacio público y del medial por medio de prácticas que usan al video como soporte de registro..."

 

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Jorge Locane, Leonardo Pascuti

Yo también so berlines_a

"Es ist schwierig, über Bilder in Bewegung zu schreiben. Schier unmöglich erscheint es, über diese Bilder zu schreiben, wenn wir selbst sie erstellt haben. Unmöglich wäre es in der Tat, unseren eigenen Dokumentarfilm zu kommentieren, ohne unseren kritischen Diskurs mit der Zufriedenheit oder Unzufriedenheit –mit Emotionen letztendlich-, die wir über die sechs Arbeitsmonate verspürt haben, zu füllen. Daher ist unsere Absicht hier, auf akademische bzw. kritische Ansprüche zu verzichten, um einfach unseren Lernprozess vorstellen zu können. Von der Funktionsweise der Kamera bis der Lösung von Problemen mit der Ton- und Bildbearbeitung.

2009, im Rahmen des Kinofestivals Brasilien in Berlin, sagte der Regisseur und Schauspieler Matheus Nachtergeile auf der Premiere seines Films A festa da menina morta, dass eine Premiere sich anfühle wie ohne Hose vor 1000 Menschen zu stehen. Die Reihe von Prozessen, die während des Drehs und der Bearbeitung eines Filmes artikuliert werden, gipfeln irgendwie in dem Moment, in dem wir „nackt“ vor den Zuschauern auftauchen. Genauso fühlen wir uns jedes Mal, wenn wir jemandem den Film zeigen..."

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Etienne Röder, Julia Ziesche

Neoconcretismo in Berlin

Unser Blog greift Ideen, Kontexte und Themen der Ausstellung “Das Verlangen nach Form – O Desejo da Forma. Neoconcretismo und zeitgenössische Kunst aus Brasilien", die zwischen dem 3. September und dem 7. November 2010 in der Akademie der Künste (AdK) in Berlin gezeigt wurde, auf. Mehrsprachig und ungezähmt gehen wir den Dingen auf die Spur, gern auch mal im Selbstversuch. Bizarr gering wirkt die Distanz zwischen Brasiliens Metropolen und Berlin auf diesem virtuellen Ausflug zu dem wir Sie einladen: neoconcretismoinberlin.wordpress.com

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Link zum Blog "Neoconcretismo in Berlin": neoconcretismoinberlin.wordpress.com

 

María Ignacia Schulz

Latinoamérica/Berlín: los rostros de un proyecto de investigación literaria

"La literatura constituye un espacio privilegiado desde el cual es posible observar las maneras como somos construidos, definidos, re-inventados. Por ello, consideré en un primer momento revisar las representaciones que de lo “latinoamericano” se hacían en la literatura en lengua alemana de los últimos diez años. Un tema así, tan ingenuamente propuesto, tropezó con el obstáculo de no encontrar una definición plausible de eso “latinoamericano” que no estuviese cargada a su vez, de estereotipos y falsas premisas. No obstante, dentro de la lista inicial de autores y autoras que, de una manera u otra, tenían a Latinoamérica como un elemento referencial en sus obras, un nombre se imponía: Timo Berger (Stuttgart, 1974). Berger es un joven escritor y traductor dedicado a diversos e interesantes proyectos culturales, cuyo trabajo literario revelaba gran fuerza expresiva y frescura del lenguaje. Una entrevista a él realizada en el marco del Módulo Proyecto de Grado, marcaría el inicio de un radical giro investigativo en mi propuesta inicial..."

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Karina Theurer

Wahrheiten eines zerfetzten Körpers - Alfonso Cánepa zu Uchuraccay

( - ein Essay über transnationale Momente des Gewahr Werdens - )

„It’s injustice not justice which brings us into normative politics“. Mit diesem Ausspruch von Avishai Margalit begann Homi K. Bhabha seinen Vortrags zu “Affects and Interests: Some thoughts on the Culture of Human Rights” am 5. November 2010 im John F. K. Institute der Freien Universität Berlin. Immer wieder kehrten meine Gedanken zu diesem Satz zurück, während ich Homi Bhabha gespannt dabei zuhörte, wie er seine Gedanken und Reflexionen über mögliche Schnittstellen und Formen der gegenseitigen Bereicherung zwischen einer an der Durchsetzung von Gerechtigkeit orientierten Rechtstheorie und -praxis einerseits und Literatur andererseits entwickelte und darlegte- und meine Gedanken schweiften ab: in Richtung Peru, in Richtung des kleinen auf 4000 m Höhe liegende Dorfes Uchuraccay, hin zur Geschichte Alfonso Cánepas, jenes Mannes, der in Julio Ortegas Roman Adiós Ayacucho mit zerfetztem Körper und fehlenden Gliedern aus dem Graben hervorkriecht, in den die Polizisten ihn geworfen hatten und sich aufmacht zu einer Reise nach Lima, um dort- (oder etwa doch nicht dort, sondern während der Lektüre?), den Einwohner_innen Limas (oder den Leser_innen) seine Version der „Geschichte“ vom peruanischen Bürgerkrieg zu erzählen.

 

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Sabrina Železný

Alemania entera es de este color - Frida Kahlo und Deutschland

"Deutschland, das Deutsche, die deutsche Sprache - diese Punkte waren im Leben der Malerin Frida Kahlo durchaus präsent, denn ihr Vater Wilhelm Kahlo war ein deutscher Auswanderer. Die Webseite untersucht, wie Frida Kahlo diese Aspekte in Leben und Identitätskonstruktion einbezog."

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