Die Entdeckung der Neuen Welt

Kolumbus Aufbruch in eine Neue Welt
Kolumbus Aufbruch in eine Neue Welt
Bildquelle: United States Library of Congress's Prints and Photographs Division under the digital ID: LC-USZ62-105062, www.loc.gov/pictures/item/92501264/

Am 12. Oktober 1492 landete Christoph Kolumbus auf der Insel Guanahani (heute zu den Bahamas gehörig), die er San Salvador nannte. Zwei Monate später entdeckte er das heutige Haiti und nannte den Ort Española, lateinisch Hispaniola, wo er die erste spanische Siedlung, Villa de Navidad, gründete. Kolumbus hatte aus der Perspektive der Europäer eine neue Welt entdeckt und darüber hinaus die Tore zur Fantasie der Europäer geöffnet. Schon kurze Zeit später überfluteten die ersten fantastischen Reiseberichte Europa. Diese erzählten von einer Welt, die angefüllt war mit Gold, kostbaren Gewürzen und fruchtbaren Ländereien und in der seltsam anmutende Wesen wie Sirenen, Zyklopen, Amazonen und andere Lebewesen wohnten, wie sie den Europäern aus der griechischen Mythologie bekannt waren.

Lange Zeit hielt man das von Kolumbus entdeckte Land für Indien und nannte es daher Indias Occidentales (West Indien) und ihre Bewohner „Indianer“. Erst Amerigo Vespucci erwähnte in seinem Reisebericht „Mundos Novus“, dass nicht nur einige Inseln, sondern ein neuer Kontinent, eine "Neue Welt", entdeckt worden war. Vespucci zu Ehren taufte der Kartograph Martin Waldseemüller bei der Anfertigung einer Weltkarte im Jahre 1507 den neuen Kontinent auf den Namen Amerika.

Kolumbus landet in Guanahani
Für Spanien und die Kirche nimmt Kolumbus die Neue Welt in Besitz.
Bildquelle: John Vanderlyn (photograph courtesy Architect of the Capitol), 1847, commons.wikimedia.org/wiki/File:Landing_of_Columbus_%282%29.jpg

Nach der Rückkehr des Kolumbus sprach Papst Alexander VI. den spanischen Königen Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón die alleinige Oberherrschaft über die neu entdeckten und noch zu entdeckenden Länder und seine Bewohner zu und übertrug ihnen den Aufbau der dortigen Kirche.
Schon im Jahre 1498 hatten die Spanier allerdings auf Hispaniola mit der Ausbeutung und Versklavung der einheimischen Bevölkerung begonnen, die sie nach und nach auf der Grundlage der repartimientos und encomiendas organisierten.
Die Stadt Santo Domingo auf Hispaniola entwickelte sich schnell zum Mittelpunkt der spanischen Kolonialisierung im karibischen Raum. 1508 wurde Kolumbus’ Sohn, Diego Colón, neuer Gouverneur Hispaniolas und machte Santo Domingo 1511 zur Hauptstadt des neuen Vizekönigreiches Neu-Spanien.

Die exzessive Ausbeutung auf Hispaniola und die eingeführten Krankheiten führten zu einer massiven Dezimierung der Bevölkerung. Die Einwohnerzahl Hispaniolas, die 1492 auf eine halbe Million geschätzt wurde, schrumpfte kurz nach Ankunft der Spanier auf wenige Tausend Indigene. Als sowohl die Goldreserven aus den Flüssen, wie auch die Arbeitskräfte Hispaniolas ausgeschöpft waren, zogen die Spanier zu den anderen Inseln, wie dem heutigen Kuba und Jamaika und schließlich auf das Festland.

 

Peggy Goede