Peru: Relief, Fundplatz Sechin Bajo

Projekt

Seit dem Sommersemester 2002 ist das Lateinamerika-Institut mit dem Aufbau und der Implementierung von e-learning befasst. Hierzu wurden im WS 2002 verschiedene Anträge zur Förderung von Projekten an die CEDIS gestellt und bewilligt. In diesen Projekten wurden Lerneinheiten konzipiert, erprobt und mit Erfolg in mehreren Lehrveranstaltungen eingesetzt.

Zusätzlich zu den Mitteln aus den bereits geförderten Projekten bekam das ZI Lateinamerika-Institut im Jahr 2006 eine Sonderförderung, um die flächendeckende Verwendung von e-Learning-Material in den Veranstaltungen der Bachelor- und Masterstudiengänge sicherzustellen. Im Rahmen dieser Sonderförderung wurden zweisemestrige Blackboardkurse zu verschiedenen indigenen Sprachen (Nahuatl, Chol. K’iche’, Quechua und Guaraní), eine Mediator-Einheit und eine Webseite auf dem zentralen CMS der Freien Universität Berlin zur Einführung in die am Lateinamerika-Institut unterrichteten indigenen Sprachen Amerikas erstellt.

Unterricht in indigenen Sprachen Amerikas hat am ZI Lateinamerika-Institut Tradition. Sie waren und sind vor allem in der Kulturanthropologie/Altamerikanistik verortet, einer der sechs Disziplinen, die im Lateinamerika-Institut vertreten sind.

 

Die Kulturanthropologie/Altamerikanistik vereint die Methoden und Theorien der Archäologie, Ethnohistorie, Ethnologie, Geschichte und der Kulturwissenschaften. Die Soziolinguistik ist eine wichtige Methode zur Analyse indigener Sprachen. Die Kombination dieser unterschiedlichen Ansätze lässt die spezifische Untersuchung lang andauernder sozialer und kultureller Prozesse Lateinamerikas in lokalen und globalen Kontexten zu. Der Geschichtsbruch, den Lateinamerika durch die koloniale Herrschaft erfahren hatte und der zur Grundlage sozialer und kultureller Ungleichheit wurde, wird von der Kulturanthropologie/Altamerikanistik kritisch diskutiert. Im Zuge des Aufbrechens kolonialer Strukturen und Denkmuster in den lateinamerikanischen Gesellschaften werden diese Ansätze immer bedeutsamer. Die neoliberale Reorganisierung Lateinamerikas, aber auch rasche Verstädterungsprozesse und die immer stärkere kulturelle und politische Dynamisierung bislang subalterner Gruppen lassen die letztlich aus der Kolonialzeit abgeleiteten Gesellschaftsverhältnisse zunehmend in eine Krise geraten. Am Lateinamerika-Institut wird die Kulturanthropologie/Altamerikanistik mit den regionalen Schwerpunkten Andenraum und Mesoamerika studiert, aber auch das südamerikanische Tiefland, Nordamerika und andere Regionen sind Gegenstand in Forschung und Lehre.

In Kooperation mit dem Institut für Ethnologie der Freien Universität und dem Seminar für Vergleichende Musikwissenschaft wurde im Wintersemester 2005/06 der Bachelorstudiengang Sozial- und Kulturanthropologie eingerichtet, der diese drei Fächer integriert.

Der Masterstudiengang Interdisziplinäre Lateinamerikastudien am ZI Lateinamerika-Institut bietet verschiedene Profile für die Vertiefung fachspezifischer Kenntnisse an. Der Profilbereich C, „Kulturanthropologie“ stellt die Fortsetzung der Lehre der Altamerikanistik auf Masterebene dar.

Seit den 70ger Jahren des 20. Jahrhunderts werden regelmäßig mit Nahuatl (Mexiko) und Quechua (Peru, Bolivien) drei in Vergangenheit und Gegenwart bedeutende indigene Sprachen Lateinamerikas unterrichtet.

Bis in die 80gerr Jahre des 20. Jahrhunderts wurde auch regelmäßig Unterricht in Mixtekisch, einer weiteren bedeutenden indigenen Sprache Mexikos angeboten.

Ab 1990 kam Guaraní dazu, eine in Paraguay, Argentinien, Bolivien und Uruguay weit verbreitete indigene Sprache. Guaraní-Kurse finden seitdem regelmäßig statt.