Selen Catalina Arango Rodríguez

Selen Catalina Arango Rodríguez
Bildquelle: Selen Catalina Arango Rodríguez

Internationales Graduiertenkolleg "Zwischen Räumen"

Bewegungen, Akteure und Repräsentationen der Globalisierung

Doktorandin

Aufgabenbereich

Projekt: "Stimmen, Schweigen und Krisen in der Pädagogik: De/Formationen in der chicana, mexikanischen und kolumbianischen Erzählung"

E-Mail casimentiras@gmail.com

Stimmen, Schweigen und Krisen in der Pädagogik: De/Formationen in der chicana, mexikanischen und kolumbianischen Erzählung

  


Betreuer:  Univ.-Prof. Dr. Susanne Klengel (FU-Berlin) | Marisa Belausteguigoitia Rius (UNAM)


 

Das Hauptziel meiner Forschung war die formativen und de/formativen Praxen in drei Romanen zu analysieren – The Mixquiahuala Letters (1986) von Ana Castillo (Mexiko-US-Grenze), La forma del silencio (1987) von María Luisa Puga (Mexiko), und Reptil en el tiempo. (Ensayo de una novela del alma - 1986) von María Helena Uribe de Estrada (Medellín, Kolumbien) – , um mit ihnen drei Erzählungen aus pädagogischer und feministischer Perspektive zu konstruieren. Diese Erzählungen, jene der Stimmen, des Schweigens und der Krise, berichten von Verbindungen, die die weibliche De/Formation erweitern, um unsere Pädagogik als ein Grenzwissen zu positionieren, das einen Dialog mit der feministischen Kulturkritik eingeht. Diese Verknüpfungen erzählen uns von Grenzdiskursen der Formation, der Geschlechter und der Sexualität, die in literarischen Texten, die von Frauen in unserem Amerika der 1980er Jahren veröffentlicht wurden, zirkulieren.

 

Die De/Formation wird mit einem Schrägstrich geschrieben, um eine kritische Auseinandersetzung mit dem Wort „Deformation“ vorzuschlagen. „Deformation“ wird häufig mit der Idee, dass „Etwas“ seine „gute Form“ verloren hat, assoziiert. Der slash, eine visuelle Spur, die ich gefunden habe, erklärt, dass meine Dissertation antritt eine Querbewegung herzustellen: Zwischen den Sprachen (The Mixquiahuala Letters ist ausschließlich in Englisch mit einigen Ausdrücken in Spanisch geschrieben), den literarischen Gattungen und sexuellen Geschlechtern, und dem, was der pädagogische Diskurs, in dem er sie ausschloss, auf die andere Seite des Formationsprojekt verlegte: jene pädagogischen Praktiken, die nicht berücksichtigt wurden.

 

Die Erzählungen des Schweigens, des Wortes und der Krise umfassen sowohl die Lernpraktiken der Romanerzählerinnen, um auf sozialen Erwartungen zu reagieren, als auch ihre Praktiken des Verlernens. Diese Praktiken ermöglichen es die weibliche De/Formation als diesen anderen, wesentlichen Raum des pädagogischen Diskurs in unserem Amerika zu positionieren. Dieses Andere wurde durch die Praxis des kreativen Schreibens zu einem Raum, der seine Prozesse der Formation und De/Formation erzählt.

 

In der Dissertation wird der Roman als ein pädagogischer Raum verstanden, in dem facettenreiche Erzählerinnen, anstatt die Aktionen der Protagonist_innen zu beschreiben, uns Texte zur Verfügung stellen, in denen sie sich mit der Position derer, die das Wort haben, des/identifizieren. Sie schweigen mehrmals – Seiten werden leer gelassen – oder sie finden sich in einer Identitätskrise. Sie sind Erzählerinnen, die uns vor der Erzählung des Erzählprozess positionieren: Das Schreiben der Texte in denen diejenigen, die schreiben, anstatt anderen Stimmen das Wort nehmen oder geben, sich vielmehr mit ihren Bildungs- und Formationsprozessen des/identifizieren.