Lucía Pi Cholula

Lucía Pi Cholula
Bildquelle: © Lucía Pi Cholula

Internationales Graduiertenkolleg "Zwischen Räumen"

Bewegungen, Akteure und Repräsentationen der Globalisierung

Master Student

Aufgabenbereich

Projekt: "Die Stadt denken: Der Essay über urbane Interpretationen und seine imaginären Welten"

E-Mail rusips@hotmail.com

Seit 2013

Master in Lateinamerikanischer Literatur an der Universidad Nacional Autónoma de México, an der Fakultät für Philosofie und Literatur, Mexiko-Stadt

2008 - 2012

Bachelor (Licenciatura) in Hispanistischer Literatur an der Universidad Nacional Autónoma de México, Fakultät für Philosofie und Literatur, Mexiko-Stadt

Berufserfahrung

2012 - 2015

Mitglied des Projekts “El ensayo en diálogo. Hacia una lectura densa del ensayo”, das mit Finanzmitteln des CONACYT unterstützt wird, CIALC, UNAM. Unter der Leitung von Prof. Dr. Liliana Weinberg Marchevsky

2014

Forschungsaufenthalt im Centro de Historia Intelectual de América Latina der Universidad Nacional de Quilmes, unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Adrián Gorelik, Buenos Aires, Argentinien

2010

Stipendiatin des PAPIIT Projekts (IN401711): “Generación de Infraestructura para la elaboración de una Historia Intelectual de la Literatura Mexicana (1850 – 1888)”, unter der Leitung von Prof. Dr. Guadalupe Curiel Defossé, Leiterin des Istituts für bibliografische Forschungen

"Die Stadt denken: Der Essay über urbane Interpretationen und seine imaginären Welten"


Betreuerin: Prof. Dr. Liliana Weinberg (UNAM)


Anhand von Interpretationen und einer Neuschreibung konstruiert der Essay Realitäten, denn der Text ist eine Art Handeln, das ein Universum darstellt und es zugleich erschafft. Einen Essay über die Stadt zu schreiben, bedeutet nicht nur über sie nachzudenken, sondern sich zugleich in die Rolle des „Erschaffers“, des Sinnerfinders und des Essayisten zu begeben, der dem Leser eine eigene und legitime Interpretation übermittelt, die gegenüber der Leere existiert.

Wir leben in Texten, in Worten, die das Unerreichbare bezeichnen und benennen. Was würde aus der Realität ohne die Sprache, die sie erfindet? Die Interpretationen und die Vorschläge aus den Essays zur Realität vervollständigen langsam das Bedeutungsuniversum, das wir bewohnen, denn die Literatur spielt eine fundamentale Rolle in der permanenten Erfindung der Städte.

Die Straßen sind so unüberschaubar wie die Texte. Die Masterarbeit konzentriert sich genau auf diese Beziehung zwischen der Stadt und dem Essay. Es wird von der Analyse verschiedener Texte von lateinamerikanischen Schriftstellern ausgegangen und aus der Perspektive des Essays als einer urbanen Interpretation. Es wird also untersucht, wie die Stadt den Essay ersschafft und andersherum, und ausserdem, was diese Beziehung ermöglicht, wenn man die konstante Verwandlung des städtischen Umfeldes bedenkt. Zur gleichen Zeit wird versucht einen Atlas dieser Interpretationen zu erschaffen, der sich auf die Erinnerungskultur dieser urbanen Zentren konzentriert, denn die Essayisten stützen sich darauf, um eigene Interpretationen anzufertigen. Indem diese Texte miteinander in Dialog gesetzt werden, rekonstruiert der Atlas die genannte Erinnerungskultur, wodurch es möglich wird, die verschiedenen Stadtrepräsentationen zu erkunden, die im Laufe der Geschichte aufgekommen sind und die heutige Vorstellung von Stadt begründeten.

Der Essay über urbane Interpretationen ist schon für sich ein Erinnerung erschaffendes Genre, das an ein Universum von vorherigen Bedeutungen appelliert, um seine eigene Gegenwart zu erklären. Die Essayschreiber als Intellektuelle, die kulturelles Gut produzieren, denken von ihrem Standpunkt aus über die sie umgebene Welt nach: der Stadtraum, der zur gleichen Zeit ein Raum der Ideologie, der Mentalitäten, der sozialen Beziehungen und der Erinnerung ist.   

In der Masterarbeit wird nicht nur eine ästhetische Bearbeitung angestrebt, sondern auch versucht, auf die verschiedenen ideologischen Vorschläge einzugehen, die bei den Fragestellungen auftauchen, die von der eigenen Stadt provoziert werden. Zugleich bestehen drei verschiedene Analyseachsen: die Stadt denken, die Stadt darstellen und die Stadt erfinden. In allen drei Achsen spielt die Erinnerungskultur eine bedeutende Rolle, denn der Essayist denkt über die Vergangenheit nach, um seine eigene literarische Stadt zu erbauen.