Laura Aguirre Hernández

laura
Bildquelle: © Laura Aguirre

Internationales Graduiertenkolleg "Zwischen Räumen"

Bewegungen, Akteure und Repräsentationen der Globalisierung

Assoziierte Doktorandin

Aufgabenbereich

Projekt: "Macht und Widerstand auf den Sexmärkten an der mexikanischen Südgrenze"

E-Mail laurabaguirre@yahoo.com
seit 01/2010 Assoziierte Doktorandin des Internationalen Graduiertenkollegs "Zwischen Räumen"
01 - 12/2009 Mitarbeit an der lateinamerikanischen Fakultät für Sozialwissenschaften (FLACSO – El Salvador) für die Regionalstudien „Strukturelle Ungleichheiten in Zentralamerika“ (Costa Rica, El Salvador and Guatemala); Forschungsassistentin im Bereich Polizeiwesen der Gemeinden in Zentralamerika; Beraterin für unterschiedliche Institutionen, wie zum Beispiel für die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Honduras und für Plan Internacional in El Salvador
09/2007 - 12/2008 Koordination zweier Forschungsprojekte: 1.) Das Umfeld als Generator sozialer Ungleichheit für Kinder am Fallbeispiel der Gemeinde Conacaste im Bezirk Mejicanos, und 2.) Präventation von jugendlicher Gewalt: ein Langzeiteinsatz (Asociación Cinde para el Desarrollo Infantil y Promoción Humana)
09/2005 - 08/2007 Master in Regionalstudien am Institut für Sozialforschung “José Maria Luis Mora" in Mexiko-Stadt (Abschluss mit Auszeichnung) mit einem Stipendium der Heinrich Böll Stiftung und des Swiss National Centre of Competence in Research (NCCR North-South)
2003 - 2005 Forschungsassistentin in unterschiedlichen Forschungsprojekten an der lateinamerikanischen Fakultät für Sozialwissenschaften (FLACSO – El Salvador)
08/1998 - 10/2004 Bachelorstudium in Journalismus und soziale Kommunikation an der Universidad Centroamericana “José Simeón Cañas” (UCA)

"Macht und Widerstand auf den Sexmärkten an der mexikanischen Südgrenze"

 


BetreuerInnen: Prof. Dr. Sérgio Costa (FU Berlin), PD Dr. Martha Zapata Galindo (FU Berlin), Prof. Dr. Marisa Belausteguigoitia (UNAM)


 

„Prostitution” stellt einen Raum von extremer Marginalisierung, Diskriminierung und Menschenrechtsverletzungen dar. Dabei wird „Prostitution” in Mexiko und Zentralamerika üblicherweise als homogener Raum repräsentiert, der aus Opfern von Menschenhandel (= Migrantinnen) einerseits und Tätern (= Netzwerke männlicher Menschenhändler) andererseits gebildet wird. Meine Forschungsfrage stellt diese Dichotomie von „Agenten” und „Opfern” in Frage. Stattdessen begreife ich „Prostitution” an der mexikanischen Südgrenze als komplexes Phänomen, in der Frauen, die in der „Prostitution” arbeiten, multiplen Beziehungen von Macht und Dominanz ausgesetzt sind. Dennoch besitzen sie die Fähigkeit zu Widerstand und individueller agency. Die Erfahrung dieser Frauen kann innerhalb eines spezifischen Sex-Marktes verstanden werden, der durch strukturelle (= spezifische historische, ökonomische und politische Prozesse, in denen sich Konstruktionen von Gender, „Rasse”, Sexualität und Nationalität überschneiden) und mikrosoziale Faktoren geprägt wird. Letztere manifestiert sich in der Art und Weise, wie Sexarbeiterinnen ihren Alltag verstehen und organisieren. In diesem Zusammenhang drückt sich agency als permanente (Neu-)Verhandlung von Individuen innerhalb spezifischer Machtverhältnisse aus.

Die Forschungsfrage lautet demnach: Wie wird „Prostitution” an der mexikanischen Südgrenze produziert und reproduziert? Angesichts dessen: Wie verstehen und organisieren Sexarbeiterinnen ihren Alltag? In meiner Forschung analysiere ich Lebensgeschichten von Frauen, die im Sex-Markt an der mexikanischen Südgrenze arbeiten. Damit folge ich Konzepten und Kategorien anderer feministisch orientierter Autorinnen und verwende eine Forschungsstrategie, die darauf abzielt, die Erfahrungen von Gruppen aufzuarbeiten, deren Perspektive keinen Eingang in dominante Diskurse findet. Zusätzlich analysiere ich rechtliche Rahmenbedingungen und Urteile unter dem Strafbestand des Menschenhandels. Dieses Material ergänze ich anhand von Interviews mit Regierungsfunktionären.

 

  • (2013), „Trata de mujeres: las trampas de un discurso dominante“, in: Identidades, Nr. 4.

  • (2013), „Repensando la asociación entre trata y prostitución de mujeres: una crítica desde el feminismo transnacional al discurso dominante”, in: Entre lo global y lo local. Estudios sobre globalización en América Latina.

  • (2010), „Capacidad de mercardo y la (in)tolerancia hacia la desigualdad social : los casos de trabajadoras de maquila y pequeños empresarios del sector turístico en El Salvador”, in: Pérez Sainz, Juan Pablo (Hrsg..):  „… Te das hasta donde aguantes“. Desigualdades de Excedente en Centroamérica: Tolerancia y Ciudadanía Social: El Caso El Salvador. FLACSO Costa Rica, S. 117-164.