Yan Daniel Geoffroy

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Bildquelle: © Yan Geoffroy

Internationales Graduiertenkolleg "Zwischen Räumen"

Bewegungen, Akteure und Repräsentationen der Globalisierung

Doktorand

Aufgabenbereich

Projekt: "Numeralklassifikatoren als Indikatoren für unterschiedliche Spielvarianten im Kontext des mesoamerikanischen Ballspiels – Bedeutung und Symbolik der Zahlen"

E-Mail leinadnay@googlemail.com
02 - 03/2010 Ausgrabungspraktika im „Parque Arqueologico de Quiriguá” und im Rahmen des Ausgrabungsprojektes „Uaxactun 2010“ unter der Leitung von Milan Kovac
seit 01/2010 Doktorand am Lateinamerika-Institut zum Thema „Numeral-Klassifikatoren als Indikatoren für unterschiedliche Spielvarianten im Kontext des mesoamerikanischen Ballspiels“ mit einem Stipendium der „Stiftung Lateinamerikanische Literatur“ und einer Assoziierung am Internationalen Graduiertenkolleg „Entre Espacios“
08 - 09/2008 6-wöchiges archäologisches Ausgrabungspraktikum im Rahmen des Forschungsprojektes der Georg- August Universität Göttingen zum früheisenzeitlichen Gräberfeld in Beierstedt
08/2008 Studienabschluss (M.A.) in Altamerikanistik mit den Nebenfächern Soziologie und Alte Geschichte

Magisterarbeit zum Thema :“Das rituelle Ballspiel – Ikonografische und epigrafische Untersuchungen zur Vielfalt eines verbindenden Kulturelementes Mesoamerikas“

10/2003 - 08/2008 Studium der Altamerikanistik am Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin
10/2002 - 10/2003 Studien-Auslandsaufenthalt an der Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM)
04/1998 - 10/2002 Unterschiedliche Fächerkombinationen (Mathematik, Physik, Geschichte, Altorientalistik) und freiwilliger Fächerwechsel

 

"Numeralklassifikatoren als Indikatoren für unterschiedliche Spielvarianten im Kontext des mesoamerikanischen Ballspiels – Bedeutung und Symbolik der Zahlen"

 


BetreuerInnen: Prof. Dr. Ingrid Kummels (FU Berlin), Prof. Dr. Bernd Hausberger (El Colegio de México), Prof. Dr. Viola König (FU Berlin)


Das mesoamerikanische Ballspiel, das seit dem Präklassikum bis in die Gegenwart im Gebiet Mexikos bis Honduras gespielt wird, stellt einen zentralen Pfeiler der präkolumbischen Kulturen in Mesoamerika dar. Die über 1500 bislang archäologisch erfassten Ballspielplätze bestätigen die Bedeutung dieses Kulturelements in der damaligen Zeit. Im Rahmen des Promotionsvorhabens soll hauptsächlich in der Maya-Region eine epigrafische Untersuchung sogenannter Numeral-Klassifikatoren im Zusammenhang mit archäologischen Daten, ikonografischen Vergleichen und ergänzenden ethnologischen Studien die Bedeutung dieses Zeichens näher bringen. Erhebliche Unterschiede bei der Größe der Ballspielfelder, der Grundrisse und der Form der seitlichen Begrenzungen sowie Beschreibungen in den spanischen Quellen des 16. Jh. lassen auf verschiedene Spielvarianten schließen. Sagen diese Numeral-Klassifikatoren etwas über diese Varianten aus?

Das Promotionsprojekt beabsichtigt, die Varianten des Ballspiels im Mayagebiet unter geografischen und zeitlichen Aspekten zu untersuchen. Dabei werden gleichermaßen archäologische Untersuchungen von Ballspielplätzen und ikonografische und epigrafische Erforschung von Glyphentexten miteinander verknüpft. Innerhalb der im Zusammenhang mit Ballspielszenen abgebildeten Bälle lassen sich bei manchen Abbildungen glyphische Schriftzeichen in Form einer ausgestreckten Hand feststellen. Diese Zeichenvarianten, denen auf Grund der bekannten Silbenschreibung der Lautwert nahb’ zugeordnet wird und die als Numeralklassifikatoren fungieren, finden sich sehr häufig in Kombination mit voranstehenden Zahlen-Glyphen.

Die Prämisse des Promotionsprojekts ist es, das nahb'-Zeichen als Längeneinheit zu betrachten. Diese Interpretation des dem nahb'-Zeichen vorangegangenen Zahlenkoeffizienten soll mit weiteren Interpretationen verglichen werden.

Aus der oben genannten Prämisse leiten sich maßgeblich zwei Forschungshypothesen ab. Erstens: das nahb'-Zeichen sagt als Längeneinheit etwas über die Ballgröße aus. Zweitens: unterschiedlich große Bälle haben unterschiedliche Varianten des Ballspiels zur Folge. Wie spiegeln sich diese jeweiligen Unterschiede in der Archäologie wider? Im letzten Schritt soll dann anhand der gesammelten Daten eine räumliche und zeitliche Karte erstellt werden, aus der die Entwicklung der zahlreichen Spielvarianten hervorgeht.