Stephanie Fleischmann

Stephanie Fleischmann
Bildquelle: © Stephanie Fleischmann

Internationales Graduiertenkolleg "Zwischen Räumen"

Bewegungen, Akteure und Repräsentationen der Globalisierung

Aufgabenbereich

Projekt: "Die symbolische Konstruktion globalisierter Welten und die Simulation und Reflexion emotionaler Erfahrungen in der neueren lateinamerikanischen Erzählliteratur"

Adresse Boltzmannstr. 4
14195 Berlin
E-Mail stephaniefleischmann@gmx.de

Wissenschaftlicher Werdegang

Stephanie Fleischmann studierte an der Humboldt-Universität und Freien Universität Berlin Kulturwissenschaft und Spanische Philologie, begleitet von längeren Studien-, Arbeits- und Forschungsaufenthalten in Santiago de Chile, Buenos Aires, Barcelona und Madrid. Von 2005 bis 2011 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin für Spanische und Lateinamerikanische Kultur- und Literaturwissenschaft am Fachbereich für Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes-Gutenberg Universität Mainz tätig und wurde dort mit einer Arbeit zum Thema „Literatur des Desasters von Annual. Über das Um-Schreiben der kolonialen Erzählung im spanischen Marokko-Krieg (1921-1927)“ promoviert. Ab Januar 2012 arbeitet sie als Post-Doc-Stipendiatin des Graduiertenkollegs „Zwischen Räumen“ an einem Projekt über emotionale Kälteerscheinungen in globalisierten Textwelten neuer lateinamerikanischer Romane und Erzählungen.


"Die symbolische Konstruktion globalisierter Welten und die Simulation und Reflexion emotionaler Erfahrungen in der neueren lateinamerikanischen Erzählliteratur"


Betreuerin: Prof. Dr. Susanne Klengel (FU Berlin)


 

Ziel des Projekts ist die kulturwissenschaftlich-literaturwissenschaftliche Erforschung der emotionalen Bedeutungsstrukturen in lateinamerikanischen (fiktionalen) Erzähltexten der letzten fünfzehn Jahre, die sich in verschiedener Hinsicht als ‚globalisiert‘ verstehen lassen. Die Literatur interessiert dabei als Ort der Manifestation narrativ figurierter kollektiver Kulturen der Emotion, insbesondere aber auch als Ort der kulturellen Selbstinterpretation und kritischen Meta-Reflexion dieser Kulturen. Ich gehe der Frage nach, wie in der Literatur charakteristische Erfahrungen und Formen von Emotionalität mit bestimmten Strukturen von Raum und Entwürfen von Welt verknüpft werden. Dabei geht es darum, das emotionale Wissen zu erforschen, das die lateinamerikanische Erzählliteratur in Bezug auf lebensweltliche Globalisierungsprozesse der Spätmoderne modellhaft in Szene setzt. Im Zentrum steht die Analyse literarischer Modellierungen von emotionalen Nah- und Fernräumen, von Errichtungen von Sensibilitätszonen und emotionalen Ausgrenzungen, Prozesse der ‚Distribution‘ von Emotionalität zwischen ‚Artefakt‘ und ‚menschlichem Umstand‘ sowie Spannungen zwischen literarisch-ästhetischen Konventionen von Emotionalität und einem gewissen Verzicht auf narrativ-emotionale Hierarchisierungs- und Desambiguierungsleistungen in Bezug auf schockierende Realitäten von Zerstörung und Gewalt in Zusammenhang mit komplexen Weltentwürfen. Im Fokus des Interesses stehen lateinamerikanische Textwelten, die ihrerseits ihre Differenzbedeutung im internationalen Literaturgeschehen ablegen und sich von Referenzpunkten des „Anderswo“, „Am Anfang“ oder „Tief Innen“ verabschieden.

Monographie

  • (2013), Literatur des Desasters von Annual. Das Um-Schreiben der kolonialen Erzählung im spanisch-marokkanischen Rifkrieg. Texte zwischen 1921 und 1932. Bielefeld: transcript.

Herausgeberschaft

  • (2014) mit José Alberto Moreno Chávez und Cecilia Tossounian, América Latina entre espacios: redes, flujos e imaginarios globales, Berlin: Tranvía.

  • (2012) mit Max Doppelbauer, Hispanismo Africano. Dossier der Iberromania 73-74, (Akten der gleichnam. Sektion des Hispanistentags in Passau 2011).

Artikel

  • (im Druck), „El cronotopo fracturado en la literatura de la Guerra del Rif (1921-1927). La narración de espacio y tiempo entre la tradición imaginaria y la experiencia de lo absurdo”, in: El otro colonialismo. Akten der gleichnam. Sektion des XIX. Hispanistentags in Münster, 20.-24.3.2013, Frankfurt a.M. Vervuert / Iberoamericana.

  • (2014), mit Cecilia Tossounian und José Alberto Moreno Chávez., „Introducción”, in: Stephanie Fleischmann / José Alberto Moreno Chávez / Cecilia Tossounian (Hg.): América Latina entre espacios: redes, flujos e imaginarios globales, Berlin: Tranvía, S.9-18.

  • (2013), „Emotionales Austeigen: Tomás González‘ Los caballitos del diablo und die diabolische Abschottung der Sensibilität“, in: Rike Bolte / Susanne Klengel (Hg.): Sondierungen. Lateinamerikanische Literaturen im 21. Jahrhundert. Frankfurt a.M.: Iberoamericana / Vervuert, S.157-171.

  • (2012), „La narración de la Legión y la 'disemiNación' en la Guerra de Marruecos (1921-1927)”, in: Hispanismo africano. Iberoromania 73-74, S.28-44.

  • (2012), „Nachwort“, in: Raul Zurita, Ciudades de Agua – Wasserstädte, Berlin: Trafo Verlag, S.105-121.

  • (2012), mit Max Doppelbauer, „España en África y África en España. Reflexiones preliminares”, in: Hispanismo africano. Iberoromania 73-74, S.1-12.

  • (2010), „Das Andere anprobieren: Kulturelle Cross-Dresser im spanischen Afrika-Krieg (1859-1860)“, in: Lidia Becker / Alex Demeulenaere / Christine Felbeck (Hg.), Grenzgänger und Exzentriker. Beiträge zum XXV. Forum Junge Romanistik in Trier (3.- 6. Juni 2009), München: Martin Meidenbauer, S. 469-486.

Rezensionen

  • (2011), „Susan Martin-Márquez, Disorientations. Spanish Colonialism in Africa and the Performance of Identity”, Iberoromania 68, S.83-85.

  • (2009), „Pura Fernández: Mujer pública y vida privada. Del arte eunuco a la novela lupanaria”, Iberoromania 67, S.79-81.

Nicht-wissenschaftlich

  • (2009¹, 2011², 2012³), mit Ulrich Fleischmann, Dominikanische Republik. Dumont Reiseführer, Ostfildern: Dumont-Reiseverlag.

Übersetzungen

  • (2012), Raul Zurita, Ciudades de Agua – Wasserstädte, Berlin: Trafo Verlag (Projektarbeit mit Studenten der Übersetzungswissenschaft).