Philipp Kandler

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Internationales Graduiertenkolleg "Zwischen Räumen"

Bewegungen, Akteure und Repräsentationen der Globalisierung

Doktorand

Aufgabenbereich

Projekt: „Der Umgang lateinamerikanischer Diktaturen mit Menschenrechtskritik und ihre Beteiligung an den inter- und transnationalen Debatten um den Menschenrechtsbegriff in den 1970er Jahren. Die Fallbeispiele Argentinien (1976-1983) und Nicaragua [...]"

Adresse Boltzmannstr. 4
14195 Berlin
E-Mail kandph90@zedat.fu-berlin.de

10/2013 –03/2016 Master of Arts in „Global History“ an der Freien Universität Berlin. Titel der Abschlussarbeit: „Die internationale Imagekampagne der argentinischen Militärdiktatur (1976-1981) und die Menschenrechte“


2015/2016 Mitglied im Organisationskomitee für die „Global History Student Conference“, Berlin 2015 und 2016


Seit 2015 Gründungsmitglied und Mitherausgeber der studentischen Zeitschrift „Global Histories. A Student Journal“


04/2014 –03/2016 Studentische Hilfskraft am Sonderforschungsbereich (SFB) 700 der Freien Universität Berlin „Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit“. Teilprojekt D9


10/2010 –09/2013 Bachelor of Arts in Geschichte (Hauptfach), Lateinamerikastudien und Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Titel der Abschlussarbeit: „Deutsch-nicaraguanische Beziehungen von 1933-1942“


05/2009 –03/2010 Arbeit für den Verein „Städtefreundschaft Frankfurt – Granada (Nicaragua) e.V.“ im Rahmen des Anderen Diensts im Ausland (ADiA) in Granada, Nicaragua

“Der Umgang lateinamerikanischer Diktaturen mit Menschenrechtskritik und ihre Beteiligung an den inter- und transnationalen Debatten um den Menschenrechtsbegriff in den 1970er Jahren. Die Fallbeispiele Argentinien (1976-1983) und Nicaragua (bis 1979).”

 


Betreuer: Prof. Dr. Stefan Rinke (FU Berlin)


Dieses Projekt will anhand der Fallbeispiele der argentinischen Militärdiktatur (1976-1983) und der Diktatur von Anastasio Somoza in Nicaragua (bis 1979) untersuchen, wie Diktaturen in Lateinamerika mit der zunehmenden Menschenrechtskritik in den 1970er Jahren umgingen, die drohte sie international zu isolieren. „Menschenrechtskritik“ bezieht sich auf Vorwürfe durch staatliche und nicht-staatliche Akteure, dass der eigene oder ein fremder Staat universell gültige Menschenrechte nicht achtete. Zentrale Frage ist dabei, wie diese Diktaturen, denen aufgrund ihrer Selbstwahrnehmung und ihrer Identifikation mit dem westlichen Block im Kalten Krieg, die Option Menschenrechtskritik im Sinne eines Kulturrelativismus als westliches Konzept zurückzuweisen, nicht offen stand, auf die zunehmende Bedeutung der Menschenrechte in westlichen Ländern reagierte. Es soll betrachtet werden welche Rechtfertigungs- und Ablenkungsstrategien die Diktaturen auf nationaler, regionaler und inter- bzw. transnationaler Ebene verfolgten, ob es dabei zu Kooperationen zwischen ihnen kam und wie sich das auf den Menschenrechtsbegriff selbst auswirkte. Dadurch soll erstens die weitere Frage adressiert werden, welche Rolle die lateinamerikanischen Diktaturen in den internationalen Diskussionen um den Menschenrechtsbegriff und die Implementierung einer Menschenrechtspolitik spielten, an denen sich neben westlichen auch afrikanische und asiatische Länder beteiligten und zweitens ob sich dadurch die Idee einer Zusammengehörigkeit der lateinamerikanischen Diktaturen entwickelte.

Innerhalb des Forschungsfelds „Räume der Vernetzungen“ am Internationalen Graduiertenkolleg „Zwischen Räumen“ will diese Arbeit zur Untersuchung der Einbindung Lateinamerikas in Diskussionen um global wirksame Ideen, in diesem Fall die der Menschenrechte während des Kalten Kriegs, beitragen. Am Beispiel der Geschichte der Menschenrechte soll diskutiert werden wie sich mit den Militärdiktaturen verbundene staatliche und nicht-staatliche Akteure innerhalb Lateinamerikas und darüber hinaus vernetzten, um Einfluss auf die Interpretation politischer Ideen und ihre Implementierung zu nehmen. Dabei geht es auch darum, wie der Begriff selbst durch diese Diskussionen und lokale Adaptation verändert wurde. Durch die Kritik an einer teleologischen Menschenrechtshistoriographie und die Betonung der Existenz von Gegenentwürfen wird auch die Darstellung einer linear verlaufenden Globalisierung problematisiert.