Tanja Wälty

Tanja Wälty
Bildquelle: © Tanja Wälty

Internationales Graduiertenkolleg "Zwischen Räumen"

Bewegungen, Akteure und Repräsentationen der Globalisierung

Doktorandin

Aufgabenbereich

Projekt: „¡Porque somos mujeres combativas, cansadas de que por la ignorancia no seamos escuchadas!“ Frauen im Punk und Hardcore in Mexiko-Stadt“

Adresse Boltzmannstr. 4
14195 Berlin
E-Mail tanjawa@zedat.fu-berlin.de

Seit 01/2013

Stipendiatin des Internationalen Graduiertenkollegs „Zwischen Räumen"

2011

Auslandsstudium an der Escuela Nacional de Antropología e Historia (ENAH) und Feldforschungsaufenthalt in Mexiko-Stadt

2009 - 2012

Masterstudium in Interdisziplinären Lateinamerikastudien am Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin

2003 - 2007

Bachelorstudium der Ethnologie und Geografie an der Universität Basel (Schweiz)

"'¡Porque somos mujeres combativas, cansadas de que por la ignorancia no seamos escuchadas!' Frauen im Punk und Hardcore in Mexiko-Stadt"

 


Betreuerin: Prof. Dr. Ingrid Kummels (Freie Universität Berlin)


 

„¡Porque somos mujeres combativas con mentes justas defendiendo nuestra libertad, cansadas de que por la ignorancia no seamos escuchadas!“ Mit diesem Ausruf beginnt das anfangs 2012 erschienene Album der Frauenpunkband Blessed Noise aus Mexiko-Stadt. Mit wenigen Worten weisen die vier jungen Frauen im Intro auf ein Problem hin, welches viele Frauen kennen, die in einer subkulturellen Szene teilnehmen: die Konfrontation mit (männlicher) Ignoranz und Ablehnung, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Subkultur, die sich in Mechanismen wie Diskriminierung, Ausgrenzung, Machismo und Sexismus manifestiert. Auch wenn sich Punk und Hardcore in ihren libertären Diskursen als anti-patriarchale und anti-hierarchische Bewegung konstruieren, sind Geschlecht und Klasse in den Bewegungen genauso als Differenzmerkmale wirksam wie in der Hegemonialgesellschaft. Dies zeigt sich nicht nur in der reduzierten Anzahl weiblicher subkultureller Akteurinnen (im Verhältnis zu den männlichen), sondern auch in der Beschaffenheit ihrer subkulturellen Aktivität.

Allgemein scheinen Weiblichkeit und Subkultur zwei schwer miteinander zu vereinbarende Themen zu sein. Zu dieser Annahme verleitet einerseits ein Großteil der bisherigen (v.a. lateinamerikanischen) Subkulturforschung, in welcher das Thema Gender lange ignoriert und die Rolle der Frauen in Subkulturen auf Marginalität und Passivität (z.B. als Fans, Groupies oder Freundinnen) reduziert wurde. Ein zweiter Hinweis auf die Schwierigkeit, die Themen Weiblichkeit und Subkultur zu verbinden liefern die Daten aus dem Feld, aus denen ersichtlich wird, dass viele Mädchen und junge Frauen damit zu kämpfen haben, eine weibliche subkulturelle Identität zu konstruieren. Sowohl in der Wissenschaft als auch in der Subkultur handelt es sich um Bereiche, die lange Zeit von Männern dominiert wurden und die sich entlang von männlich konnotierten Werten und Maßstäben entwickelt haben.

Das Ziel des vorliegenden Dissertationsprojekts besteht darin, diese Tendenz in Wissenschaft und Subkultur kritisch zu überprüfen, indem einerseits verschiedene Weiblichkeitskonstruktionen innerhalb der Subkulturen des Punk und Hardcore in Mexiko-Stadt untersucht, und in einem weiteren Schritt spezifisch weibliche Beteiligungsformen und Rollen in den Bewegungen identifiziert werden.