Carolin Loysa

Carolin Loysa
Bildquelle: © Carolin Loysa

Internationales Graduiertenkolleg "Zwischen Räumen"

Bewegungen, Akteure und Repräsentationen der Globalisierung

Doktorandin

Aufgabenbereich

Projekt: "Die ,mallifizierte' Stadt: Aushandlung und Konstruktion von sozialer Klasse und kultureller Differenz in urbanen Räumen Pueblas, einer mexikanischen Metropole"

Adresse Boltzmannstr. 4
14195 Berlin
E-Mail carolin.loysa@fu-berlin.de

Seit 12/2014

Doktorandin am Internationalen Graduiertenkolleg „Zwischen Räumen", Freie Universität Berlin

10/2010 - 05/2013

Masterstudium der Interdisziplinären Lateinamerikastudien am Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin. Thema der Abschlussarbeit Die mall als zentraler öffentlicher Treffpunkt. Entstehung neuer sozialräumlicher Praktiken im und um das centro comercial Angelópolis in Puebla, Mexiko

08/2011-09/2011 und 03/2012 - 05/2012

Feldforschung in Puebla, Mexiko (zu Shopping-Malls in Mexiko)

10/2006 - 09/2010

Bachelorstudium der Spanischen Philologie mit Lateinamerikanistik und Portugiesisch-Brasilianischen Studien an der Freien Universität Berlin. Thema der Abschlussarbeit Die Rolle Mexiko-Stadts in der kontemporären Literatur Lateinamerikas. Bedeutung und Darstellung des urbanen Raums in La otra cara de Rock Hudson und Los detectives salvajes

03/2010 - 07/2010

Praktikum am Instituto Nacional de Antropología e Historia in Puebla, Mexiko. Feldforschung in Sanbuenaventura Nealtican

02/2009 - 03/2009

Feldforschung in Brasilien (zum Thema Repräsentation und kulturelles Erbe deutschstämmiger MigrantInnen in Timbó, Santa Catarina)

08/2008

Praktikum am Ethnologischen Museum Berlin (Vorbereitung Dauerausstellung südamerikanisches Tiefland)

"Die ,mallifizierte' Stadt: Aushandlung und Konstruktion von sozialer Klasse und kultureller Differenz in urbanen Räumen Pueblas, einer mexikanischen Metropole"


Betreuer: Prof. Dr. Ingrid Kummels (FU Berlin) und Prof. Dr. Carlos Alba Vega (El Colegio de México)


 

Sucht man in Online-Wörterbüchern nach der Definition des Begriffs ‚Mallifizierung’ (engl. mallification) heißt es, es handele sich hierbei um die ‚Verwandlung in eine (Shopping) Mall’. Die Frage ist, auf welche urbanen Räume sich diese Verwandlung bezieht? Lediglich auf einen bestimmten Raum innerhalb der Stadt oder auf die gesamte Stadt? Und was bedeutet diese Veränderung für die Konstituierung urbanen Raums und seine BewohnerInnen?

Die Mallifizierung von Städten ist ein globales Phänomen, das die urbane Landschaft zunehmend verändert: Weltweit definieren sich Städte über Malls, die ein entscheidendes Repräsentationsmoment für urbane Qualität geworden sind. Dies führte in den letzten Jahrzehnten zu einer Homogenisierung von Räumen innerhalb der Stadt. Darüber hinaus sind Malls immer häufiger Austragungsorte sozialer Konflikte - eine Tatsache, die auch in der Presse und den Medien immer prominenter wird. Die zunehmende Verwendung des Begriffs ,Mallifizierung’ zeigt einmal mehr, welche Bedeutung den Malls im alltäglichen Leben urbaner Gesellschaften mittlerweile zugeschrieben wird. Heutzutage scheint die Anzahl der Malls enorm zu sein. Sie bieten einen Raum, in dem sich jeder, egal woher stammend, zurechtfindet. Das verleitet zu der Behauptung, dass Malls eine der markantesten physischen Repräsentationen von Räumen der Globalisierung zu sein scheinen. Dem Anschein nach bietet vor allem Mexiko einen besonders fruchtbaren Boden für den Erfolg dieser urbanen Erscheinung, da Malls einen vermeintlich sicheren und angesehenen Raum für soziale Zusammentreffen jeglicher Art bieten.

Für ein besseres Verständnis der Thematik ist es wichtig, Malls vor dem spezifischen historischen Hintergrund mexikanischer Städte zu betrachten, deren Konstitution im Bezug auf öffentliche Plätze und deren Bedeutung ein Spezifikum darstellt. Der Hauptplatz der Stadt, der Zócalo, ist in seiner ursprünglichen Bedeutung der Inbegriff eines öffentlichen Platzes; ein Ort des Zusammentreffens für alle StadtbewohnerInnen, zum Flanieren aber auch Austragungsort politischer Proteste, mit einer Tradition die sich bis in präkoloniale Zeit zurückverfolgen lässt. Somit wird deutlich, dass die sozial-räumlichen Praktiken die Mall betreffend in einer mexikanischen Stadt anders verortet und analysiert werden müssen.

Im Rahmen meines Dissertationsprojekts möchte ich untersuchen, wie Shopping Malls in Puebla in ihrer Funktion als zentrale Räume innerhalb der Stadt von den sozialen Akteuren genutzt und angeeignet werden und wie dies urbanen Raum und urbanes Zusammenleben verändert. Dies beinhaltet die Annahme, dass Malls nicht nur Konsumzentren sondern auch wichtige Räume für soziales Zusammentreffen und die Konstruktion sozialer Identität sind. Dies führt zur Hypothese, dass Mallsin Puebla mitunter die wichtigsten Räume sind, in denen soziale und kulturelle Zugehörigkeiten ausgehandelt und konstruiert werden. Diese Aushandlung von Räumen soll über die verschiedenen Diskurse der Akteure (u.a. zu den Themen Unsicherheit, Globalisierung und Status) untersucht werden. Außerdem argumentiere ich, dass Malls Räume sind, in denen die Dimensionen des Öffentlichen und Privaten verschwimmen. Deshalb betrachte ich sie nicht als Opponenten der traditionellen öffentlichen Räume einer Stadt sondern als Teil eines komplexen Systems öffentlicher Räume in Puebla.

  • (2015), „Of food courts and other demons: shopping malls in Mexico as new centers for urban life", in: Revista Iluminuras v. 16, n. 37, S. 32-43.