Gabriele Rabenbauer

Gabriele Rabenbauer
Bildquelle: © Gabriele Rabenbauer

Internationales Graduiertenkolleg "Zwischen Räumen"

Bewegungen, Akteure und Repräsentationen der Globalisierung

Doktorandin

Aufgabenbereich

Projekt: "Paul von Hintze: ein deutscher Diplomat in Mexiko (1911-1914)"

E-Mail gabriela.rabenbauer@gmail.com

Seit September 2012

CIESAS Occidente. Doktorstudium in Geschichte.

2010 - 2012

IIC-Museo UABC. Masterstudium in Soziokulturellen Studien. Abschlussarbeit: “Unsere scheinbare Sorglosigkeit: Jugend ohne Studium und ohne Arbeit in Ensenada, Baja California".

2008 - 2009

UABC, Dozentin am Fremdspracheninstitut.

2005 - 2008

UABC. Lehramtstudium (Fremdsprachen), Fremdspracheninstitut.

"Paul von Hintze: ein deutscher Diplomat in Mexiko (1911-1914)"


BetreuerInnen: Prof. Dr. Julia Preciado (CIESAS), Prof. Dr. Servando Ortoll (Centro de Investigaciones Culturales-Museo), Prof. Dr. Ricardo Pérez Montfort (CIESAS), Prof. Dr. Stefan Rinke (FU Berlin)


 

Die Deutsche Außenpolitik in Mexiko zwischen 1911 und 1914 wurde in der Gestalt des Admirals und Staatssekretärs Paul von Hintze vertreten. Zu dieser Zeit gab es mehrere wichtige Veränderungen in Bezug auf die Position von Deutschland und Mexiko im internationalen Staatensystem. Zu Beginn der mexikanischen Revolution hatte Deutschland zwei außenpolitische Ziele. Eines bestand in der Vermeidung jeden Konflikts mit den USA und das andere in der Verteidigung der wirtschaftlichen Interessen in Mexiko. Mein Ziel ist es, Paul von Hintzes Ansichten über die politischen und militärischen Strategien der Präsidenten Francisco I. Madero und Victoriano Huerta zu untersuchen. Es ist klar, dass sich seine Meinungen wegen seiner militärischen Ausbildung von anderen ausländischen Staatssekretären, die in Mexiko residierten, unterschied. Durch Paul von Hintze werden die Politik dieser Zeit, das tägliche Leben und der deutsche Einfluss in Mexiko während des ersten Teils der mexikanischen Revolution verständlich, es wird aber auch Licht auf die Gegenwart geworfen. Obwohl von Hintze nicht alle seine Ziele während seines Aufenthalts in Mexiko durchsetzen konnte, wurden seine Strategien und Fähigkeiten als Regierungsbevollmächtigter stark von der deutschen Regierung und vor allem von Kaiser Wilhelm bewertet.

Einerseits basiert meine biographische Studie auf der Staatstheorie, dem Imperialismus und diplomatischen Beziehungen, andererseits auf der Maskulinitätstheorie. Gerade in einer Kriegssituation wurde von den Männern ein bestimmtes Verhaltensmuster erwartet, das die Werte in gewissen Männlichkeitsritualen darstellte. Heldentum war der höchste Ausdruck, begleitet von Opfertum und Martyrium. Anders als im neunzehnten Jahrhundert erhielten ein Jahrhundert später deutsche Einwohner in Mexiko eine starke Unterstützung durch den wilhelminischen Imperialismus. Dies ging einher mit der Gründung des deutschen Nationalstaates, der im Rahmen des wirtschaftlichen Expansionismus mit anderen europäischen Nationen konkurrieren wollte. Das Verstehen der wirtschaftlichen Interessen und der Rechtfertigungen von Ländern wie Deutschland, Frankreich, England und den Vereinigten Staaten, die in der mexikanischen Innenpolitik intervenierten, bedeutet auch, einige Aspekte des deutschen Kapitalismus und seine Expansion auf Lateinamerika zu erklären.