Tania Villanueva López

Tania Villanueva López
Bildquelle: © Tania Villanueva López

Internationales Graduiertenkolleg "Zwischen Räumen"

Bewegungen, Akteure und Repräsentationen der Globalisierung

Doktorandin

Aufgabenbereich

Projekt: "Konkave feministische Konstruktionen und Grammatik der audiovisuellen Montage in Lateinamerika (1986-2012)"

E-Mail tania.villanueva@comunidad.unam.mx

Seit Juni 2012

Doktorandin in Kunstgeschichte (Film und Gender Studies), Fakultät für Philosophie und Literatur, Universidad Nacional Autónoma de México, Mexiko-Stadt, Mexiko

2009 - 2010

Masterstudium in Ästhetik und zeitgenössische Kunsttheorie, Fakultät für Philosophie und Literatur, Universidad Autónoma de Barcelona, Barcelona, Spanien

2003 - 2008

Bachelorstudium in Kunst, Fakultät für Kunst, Universidad Autónoma del Estado de Morelos, Mexiko

2006 - 2007

Forschungs- und Berufsaufenthalt am Instituto Universitario de Estudios Superiores de Artes Plásticas Armando Reverón, Caracas, Venezuela

1998 - 2000

Studium Filmproduktion an der Московский Государственный Университет Культуры и Искусств (Staatliche Universität für Kunst und Kultur Moskau), Moskau, Russland, mit einem Stipendium des russischen Kulturministeriums

Berufserfahrung

2015

Dozentin im Bachelorstudiengang Kunst und kulturelles Erbe, Universidad Autónoma de la Ciudad de México (UACM), Mexiko-Stadt, Mexiko

2007

Projektassistentin „Kultivierung ästhetischer Werte im Kino für Kinder und Jugendliche aus niedrigen Einkommensschichten. Erziehung von menschlichen Werten durch Kunstfilme“, Stipendium der CONACULTA, Programm für die Hilfe kommunaler und gemeinschaftlicher Kulturen, PACMYC, Videoteca Macondo Cine de Arte, Puebla, Mexiko

2003 - 2007

Dozentin für kinematografische Wahrnehmung und Geschichte des Kinos. Universidad de Jurisprudencia y Humanidades, Teil der BUAP, Puebla, Mexiko

Multimedia

2012

Wissenschaftlerin, cinematographer und Fotografin. Kuratorisches Projekt – Katalog der Kunstprojekte “Té para 2 México”, interaktive Performance der Künstlerin Weihong, in Zusammenarbeit mit der Kuratorin Mafalda Budib, Puebla, Mexiko.

2012

El reflejo de Trinidad”, Theaterstück, Koautorin. Vorführung des Theaterstücks mit Unterstützung der Venezolanischen Botschaft in Berlin während der Veranstaltung “Con Rostro de Mujer” (Mit dem Antlitz der Frau), im Rahmen des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, Jugend[widerstands]museum Galiläakirche, Berlin, Deutschland

2007

Assistentin beim Workshop Dokumentarfilmprojekte. Erstes Festival der Erinnerung, lateinamerikanischer Dokumentarfilm in Tepoztlán. Facultad de Artes de la Universidad Autónoma del Estado de Morelos, Tepoztlán, Mexiko

"Konkave feministische Konstruktionen und Grammatik der audiovisuellen Montage in Lateinamerika (1986-2012)"


Betreuerin: Prof. Dr. Riánsares Lozano de la Pola (UNAM)


Dieses Forschungsprojekt spricht Themen wie Repräsentation, Subjektivitäten und Wiederherstellung der Körper in audiovisuellen Medien an. Anhand dieser Untersuchung wird unterschieden zwischen einer Montage als einer Übung feministischer Montage, welche als eine mögliche filmische „Gegenschrift“ gesehen werden kann, die mittels der Analyse von peripheren Produktionen des Kunstfilms betrachtet wird, sowie der Realisation von Videokunst in Lateinamerika zwischen 1986 und 2012.

Diese Forschung ist eingebettet in einem heterogenen Korpus der Filmproduktion, der von weiblichen Produzentinnen, Kollektiven und subalternen Subjekten herausgearbeitet ist, die sich mit ihrer Linse und ihren Körpern auflehnen gegen unterschiedliche lateinamerikanische Kontexte der Beherrschung, Gewalt, Diskriminierung, Unterdrückung, Ungerechtigkeit und unsichtbaren Geschichten.

Mit der Identifizierung von Äußerungen und Formulierungen der Dringlichkeit wird eine Anerkennung der audiovisuellen Ausdrucksformen der untersuchten Perioden angestrebt. Eine Art der Montage, die gebildet und reaktiviert wird von der Suche nach einer nicht nur symbolischen Wiederherstellung der Subjektivitäten, sondern auch einer Dialektik und Grundsätzen der Körper, die in einem permanenten Dialog zwischen einem markierten persönlichen Ort und einer deklarativen Kollektivität stehen.

Zur Erkennung und Erforschung der Motive, des Duktus und der diskursiven Modi der feministischen Montage dieser Analyse wird die Idee der „konkaven Montage“ eingeführt und entwickelt. Dieser Vorschlag der Konkavität innerhalb der Montage tritt bei Diskussionen, Ausdrucksformen und Darlegungen des neuen lateinamerikanischen Kinos (60er – 70er Jahre), der feministischen Bewegungen (filmische Aktionen, Praktiken und Theorien) und der Videokunst auf. In diesem Dreieck befinden und überschneiden sich weitere artistische Ausdrucksformen, kognitive Werkzeuge und Empowerment, wie Performance (aus der Sicht der Videokunst) und das Gewebe (künstlerische Praktiken, die als populär identifiziert werden).

Des Weiteren werden für die diskursive und kognitive Studie einer alternativen Montage der audiovisuellen Konstruktionen theoretische Ideen und Wissenschaftler aus der angewandten Semiotik des Kinos (Mitry, Metz, Kristeva, De Lauretis, Barthes) herangezogen. Diese betrachten Kino nicht nur als eine Kunst der Bewegung sowie ein ausdrucksstarkes und kommunikatives Werkzeug, sondern auch als eine potenzielle Sprache, die über einen besonders signifikanten Prozess verfügt.

In Anlehnung an die vorangegangenen Überlegungen werden die Beobachtungen der Artikulation der audiovisuellen Konstruktionen vertieft und durch die Weiterführung der Problematisierung des besagten signifikanten Prozesses des Kinos anhand von feministischen Theorien und Forschungen erläutert (Mulvey, De Lauretis, Kuhn, Millán, Pech, Juhasz, Kaplan, Johnston, Cusicanqui). Die herangezogenen Denkerinnen sehen Kino als das Knochenmark der genderorientierten Technologie und des Weiteren als Identifizierung der Mechanismen der Reproduktion. Dessen Funktionen stehen an den Anfängen dieser Filmkunst, da sie die Artikulationen und Reproduktionen von ungleicher Symbolik produzieren, reproduzieren und bewahren. Dies entsteht an ideologischen Orten der Kontrolle und Reproduktion von Gewalt und in Zusammenhang mit privilegierten Orten des Sehens sowie des Äußerns aus Sicht des Registers und der bevorzugten Kanäle der Verteilung.

Um den zentralen Terminus dieses Projektes zu erklären, wird der Begriff der Konkavität herangezogen, der von der Feministin Luce Irigaray anhand des konkaven Spiegelbildes entwickelt worden ist. Mittels dieser Idee stützt sich die Autorin auf einen Parallelismus der subversiven Notwendigkeit der Frauen, die sie auf eine strategische Art und Weise in das Innere projiziert, welches nicht kontrolliert wird durch maskuline Subjekte, die von außen auf sie wirken.

Nach innen übertragen mit einer Drehung der Flexion wird ein Raum neu entdeckt, der andere Formen der Anerkennung ermöglicht. Ein Territorium, welches die Idee eines echten Spiegels der eigenen Weiblichkeit vorschlägt, der sich zu sich selbst wendet und das Unbewusste enthüllt, welches wiederum der Bequemlichkeit, der Sicherheit und der Intervention der Subjekte von außen ein Ende setzt. Also handelt es sich um die Wiederbegegnung mit dem Inneren, welches neue Formen der Anerkennung  auf Basis der Autoreflexion formt.

Obwohl demzufolge der Ausgangspunkt dieser Forschung in gewissem Maße sich aus den potenten Untersuchungen von Irigaray nährt, wird in dieser Betrachtung der Montage der Terminus der Konkavität aufgenommen, um von dem Territorium der eigenen oder intimen Widerspiegelungen auszugehen, zum Zusammentreffen einer Öffnung, Refraktion und multiplen Austausch in Funktion der gemeinschaftlichen Dimension der Subjekte. Man kann anhand des Terminus der Konkavität sehen, dass er ein Eintauchen und eine Inklusion impliziert, sprich, man entdeckt einen partizipativen Blick, einen Blick, der einlädt zum Sehen einer verinnerlichten, platzierten und geteilten Position.