Mexico, Guanajuato

DFG-Projekt Erforschung interkultureller Kommunikationsräume in Alt-Peru am Beispiel der formativzeitlichen Besiedlung der Siedlungskammer Cayán

Institution:

Freie Universität Berlin

ZI Lateinamerika-Institut

Leitung:

Mitarbeiter/innen:

Förderung:

DFG

Forschungsschwerpunkt:

Die Siedlungskammer Cayán liegt im Zentrum der Quebrada Orcón-Pacaybama am mittleren Westabhang der Zentralen Anden und gehört zum Naturraum der so genannten maritimen Yunga („warmes Tal“). Die sogenannten Quebradas bezeichnen Trockentäler, deren Drainagebecken nicht großflächig in die hochandinen Regenzonen hineinreichen. Quebradas sind in der Vergangenheit intensiv als natürliche Verbindungsrouten zwischen Hochland und Küste genutzt worden, da ihre Entwässerungsbecken durch den konstanten Wassermangel weniger tief ausgegraben wurden und somit durch ihr weniger steiles Gefälle einen leichteren Zugang in das Hochland ermöglichen. Die Untersuchungen in unserem Feldforschungsgebiet, das sich ca. 50 km nördlich der heutigen Hauptstadt Lima (siehe Abb.) befindet, zeigen dies deutlich. Durch die Prospektionen und Sondagen in den ersten beiden Feldforschungskampagnen 2005-2007 konnten die Überreste verschiedener vorspanischer und kolonialzeitlicher Wege und Pfade entdeckt werden, welche die besondere verkehrstechnische Bedeutung der Untersuchungszone zu erkennen geben. Als weiteres wichtiges Ergebnis stellte sich die synchrone Präsenz von mindestens zwei archäologischen Kulturkomplexen in den verschiedenen Perioden der vorspanischen Zeit heraus (Goldhausen et al. 2008a, Makowski und Goldhausen 2008b). Es zeigen sich wechselweise Einflüsse aus dem Hochland sowie auch von der Süd- oder Nordküste von Peru.

Diese außergewöhnliche Lage im Schnittpunkt der kulturgeschichtlichen Entwicklung der zentralandinen vorspanischen Geschichte schafft die Voraussetzung für die Erarbeitung eines chronologisch differenzierenden Konzepts der wirtschaftlichen und soziokulturellen Raumorganisation am Westabhang der Zentralen Anden von Beginn der ersten menschlichen Besiedlung bis zur Kolonialzeit. Am Beispiel der Siedlungskammer von Cayán soll ihre Bedeutung als interkultureller Kommunikationsraum und topographische Verbindungsroute zwischen Hochland und Küste in der Epoche des Formativums (3000 – 200 v. Chr.) untersucht werden. Die hier vorzufindende Großarchitektur soll absolut- wie auch relativ-chronologisch eingeordnet werden. Ihr Bezug zur natürlichen Umwelt und ihre soziokulturelle Einbindung gilt es zu ergründen. Anhand der Recherche von kolonialzeitlichen Schriftquellen sollen zusätzliche Informationen zur Raumnutzung und ideologischen Bedeutung der Untersuchungszone in der vorspanischen und frühen Kolonialzeit gewonnen werden, die Rückschlüsse auf die herausragende Bedeutung der Siedlungskammer in der vorspanischen Zeit zulassen. Die Forschung soll der Entwicklung allgemeinerer Hypothesen zum interkulturellen Beziehungsgeflecht am Westabhang der Anden dienen.

Links:

>> Kooperationspartner Instituto Cultural Ruricancho

>> Kooperationspartner Pontificia Universidad Católica Del Perú

>> Kooperationspartner University of California, Riverside; Department of Anthropology

 

Mapa General © Goldhausen

 

Grabinventar © Goldhausen

 

Vermessungsarbeiten © Goldhausen