Mexico, Guanajuato

Diasporische Literaturen und Kulturen – Literaturen und Kulturen an der Grenze

Literatur, Kunst und Populärkultur der Chicana/os, der Nuyoricans sowie anderer karibischer und lateinamerikanischer diasporischer Communities in den USA (und in Kanada) schaffen zwischen Assimilation und transnationaler Anbindung vielfältige Beziehungen zu den Ausgangskulturen und Communities und etablieren auf diese Weise neue Repräsentationsformen. Zugleich entstehen transkulturelle Räume wie etwa das US-amerikanisch-mexikanische Grenzgebiet, von denen vielfältige kulturelle Impulse ausgehen. Die Strategien der Verortung in diesen Räumen bedingen veränderte Zugriffe auf Erzähltechniken, auf Genres und somit auf literarische Traditionen.

Die Beschäftigung mit Chicana/o- und Latina/o-Kulturen und Literaturen in den USA ermöglicht die Analyse transnationaler und transkultureller Prozesse in prädestinierter Form, um das Verständnis der Amerikas auf neue Weise zu durchdenken und ihre gegenseitige Verschränkung zu verstehen. Vor dem Hintergrund zunehmend global verflochtener kultureller Praktiken und medialisierter Erfahrungswelten konstituieren diese Literaturen und Kulturen Räume, die sich durch die Überlagerungen verschiedener kultureller Diskurse US-amerikanischer, hispanoamerikanischer und karibischer Provenienz auszeichnen sowie Marginalisierungen aufgrund von “Rasse”/Ethnizität, Geschlecht und Sexualität aufzeigen. Einer der sichtbarsten Effekte transkultureller settings ist die Hybridisierung von Genres; so entstehen zum einen Zwischenformen zwischen Essaysammlung, Gedichtband und Roman. Eine Erweiterung der untersuchten Medien (hin zu Performance Kunst, Film und anderen Produkten der Populärkultur) schärft zum anderen den Blick nicht nur dafür, wie sich diese unterschiedlichen Medien aus diachroner Perspektive als populäre Genres ablösen, sondern vor allem auch, wie sie miteinander in Verbindung stehen, sich gegenseitig konstituieren und verändern.

 

Institution:

Lateinamerika-Institut

Mitarbeiter/innen:

  • Kooperation mit Marisa Belausteguigoitia und dem PUEG an der Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM)

Förderung:

Gefördert durch ein Teil des Antrags auf ein binationales Graduiertenkolleg beim DAAD
Forschungsschwerpunkt: