Mexico, Guanajuato

Konstruktionen kultureller Identitäten im Kontext aktueller Plurikulturalitäts- und Regionalisierungsdebatten in Peru (Habilprojekt)

Das koloniale Erbe der politischen Kultur, die Ursprünge und Funktionen der ethnischen Kategorien in Lateinamerika auf der einen Seite und das Aussparen der kolonialen Geschichte in den nationalen Diskursen der republikanischen Zeit seit dem Beginn des 19. Jh. auf der anderen Seite sollen in der Habilitationsschrift in ihrer Konstruktion und permanenten Reproduktion unter den wechselnden wirtschaftlichen und politischen Bedingungen aufgezeigt werden. Diese Diskussion wird in einen Kontext eingeordnet, der in einer historischen Herangehensweise am Beispiel der Nordregion Perus die Entwicklung einer kulturell heterogenen, kooperativen und integrativen Gesellschaft in komplexen und dynamischen Prozessen kultureller und wirtschaftlicher Interaktionen aufzeigt und die dazu ein permanentes Gegengewicht bildenden politischen und ethnischen Diskurse in einen ständigen Aktualitätsbezug setzt.

Damit wird angestrebt, ein nicht nur in bezug auf Lateinamerika nach wie vor bestehendes dichotomisches Geschichtsbild, das die Widersprüche zwischen zwei antithetischen Gruppen, den Kolonisierten und den Kolonisierenden, dem Eigenen und dem Fremden konstruiert, zu überwinden. Darüber hinaus wird ein Gegenentwurf zu der „Doktrin des Multikulturalismus“  vorgestellt, die auch in der aktuellen Debatte in Peru dazu neigt, individuelle und differente Identitäten in ihrer jeweils größten Unterschiedlichkeit anderen Gruppen gegenüber zu betonen und damit erneut essentialistische Kategorien zu konstruieren.

 

Institution:

Lateinamerika - Institut