Mexico, Guanajuato

Migrationsgeschichten aus Sicht der Enkelinnen und Enkel. Die europäische Emigration nach Südamerika in zeitgenössischen Romanen Argentiniens, Brasiliens, Paraguays und Uruguays (Post-doc-Forschungsarbeit)

Institution:

Lateinamerika-Institut

Ansprechpartner:

Dr. Patricia Weis-Bomfim

E-Mail:

Kurzbeschreibung

Die europäische Immigration in die La-Plata-Staaten und nach Brasilien, die zwischen Mitte des 19. und Mitte des 20. Jahrhunderts ihren quantitativen Höhepunkt erreichte, ist hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen relativ gut erforscht. Wie das Thema Immigration in der fiktionalen Literatur verarbeitet wurde und wird und welche Rolle die Nachkommen der Immigranten in der nationalen Literatur spielen, ist aber bisher kaum untersucht. Das Habilitationsprojekt untersucht zeitgenössische Romane Brasiliens, Argentiniens, Paraguays und Uruguays, die sich mit dem Thema der europäischen Immigration in dieser Region auseinandersetzen, und zwar durch die Darstellung der Geschichte immig­rierter Familien über mehrere Generationen. Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Nachkommen spanischer, italienischer, deutscher und osteuropäischer Immigranten (oft auch jüdischer Herkunft) befassen sich mit den Wurzeln ihrer individuel­len oder kollektiven Vergangenheit. Das Ergebnis sind Familiengeschichten zwischen Biographie und Fiktion, die tradierte Sichtweisen auf historische Ereignisse in Frage stellen.

Keywords: Migration, Gedächtnis, kollektive und individuelle Erinnerung, Mikro-Makro-Geschichte, Identität, Oral History, Geschichtsschreibung, Gattungsgrenzen, Roman, Narratologie, (Auto-)Biographie, Literaturvergleich Brasilien – Hispanoamerika - Europa