Mexico, Guanajuato

„Poetik des Gedächtnisses und der Geschichte“: eine Untersuchung der historischen Erfahrung und des historischen Gedächtnisses in den Holocaustgedichten von Rose Ausländer und den „Romanzen der Verschwörung“ von Cecília Meireles

Institution:

Lateinamerika-Institut

Leitung:

[Projektleitung verlinken] Prof. Dr. Ligia Chiappini

Ansprechpartner:

Sílvia Aparecida Nauroski

E-Mail:

Kurzbeschreibung

Beide Autorinnen werden unter der adornoschen Perspektive über die Rolle der Lyrik als Kunstwerk und als fait social analysiert, und auch im Hinblick auf die von ihm ausgelöste Debatte über die Möglichkeit und Legitimität von Lyrik nach Auschwitz. Wie entsprechen die Werke der beiden Autorinnen dem adornoschen Konzept der Kunstfunktion, wonach ein Gedicht die Geschichte bewerten und die politische Erfahrung seiner Zeit kritisch aufarbeiten muss?

Nach Ansicht Adornos muss ein Gedicht gegen das Vergessen vom Geschehenen ankämpfen und zu dessen Gedenken mahnen. Im Blickwinkel dieser Auseinandersetzung werden die Gedichte beider Autorinnen untersucht.

Die Frage der weiblichen Perspektive wird ebenfalls Gegenstand der Untersuchung sein: Wie hat das feminine Genus die Darstellung des Leidens in den Gedichten beeinflusst? Verursacht der weibliche Blick ein tieferes Begreifen für das Leid und dadurch eine vehementere Kritik der Gewalt? Beide Autorinnen stellen die Frage nach dem Leiden, wobei religiöse Konnotationen unübersehbar sind.