Mexico, Guanajuato

„Ping Pong, Jojo, Wippe, Glühwürmchen und Akkordeon1: Telenovela und Grenzen in América – die Integration von brasilianischer Transmigration ins Imaginäre“

Institution:

Lateinamerika-Institut

Leitung:

[Projektleitung verlinken] Prof. Dr. Ligia Chiappini

Ansprechpartner:

Gundo Rial y Costas

Kurzbeschreibung

Ausgehend von der brasilianischen Telenovela „América“, Glória Pérez (2005, acht Monate Laufzeit) soll die Integration von brasilianischer Transmigration in die USA in das brasilianische Imaginäre durch eine kulturwissenschaftlich ausgerichtete Analyse beschrieben werden.

Dabei sei hier kurz auf die besondere Relevanz des Formats verwiesen. Telenovelas können als massenmediale Produktionen bezeichnet werden, die aber sehr wohl Spuren bestehender oraler Erzählungen enthalten können. Aufgrund ihrer fragmentarischen Form, sie werden immer an besonders spannenden Stellen mit Cliffhangern ("ganchos" auf Portugiesisch) unterbrochen, sollen sie zur Abhängigkeit beim Zuschauer führen (siehe Cabrujas 2002: 190). Eingebettet in eine melodramatische Struktur verarbeiten sie aktuelle Gesellschaftsprozesse, wobei es jedoch häufig zu oberflächlichen oder klischeehaften Darstellungen kommt.

Die Auswahl für den Gegenstand meiner Dissertation ergibt sich aus den folgenden Gründen:

1.) aufgrund  der  Thematik  und der realistischen Darstellung werden neue transnationale Räume und (Migrations)praktiken behandelt.

2.) aufgrund der teilweise offenen Struktur der brasilianischen Telenovelas können Zuschauer durch Abstimmungen, Votings im Internet, die Narration beeinflussen und so kann herausgearbeitet werden, welche mit Transmigration verbundenen narrativen Stränge zu welchem Zweck umgearbeitet wurden.

3.) aufgrund der Rezeption bzw. kulturellen Bedeutung von Telenovelas  ist sie das transnationale Medium schlechthin und fungiert in Brasilien als Schnittstelle für Debatten zwischen Privatem und Öffentlichem.