Mexico, Guanajuato

Verwobene Erinnerungen? Der Diskurs über die desaparecidos des Spanischen Bürgerkriegs (Promotionsprojekt)

Im Zentrum meines Dissertationsprojekts stehen Fragen nach den Auswirkungen neuerer globaler Entwicklungen auf den Umgang mit Vergangenheit und die Formierung kollektiver Gedächtnisse.  Am Beispiel der gegenwärtigen erinnerungspolitischen Debatten über den Spanischen Bürgerkrieg soll die Frage einer Transnationalisierung der Aufarbeitung und der Erinnerung verhandelt werden. Ich möchte untersuchen, inwieweit die verspätete öffentliche Auseinandersetzung mit dem Bürgerkrieg mit internationalen Entwicklungen, insbesondere mit lateinamerikanischen Erfahrungen, im Bereich der Aufarbeitung und Erinnerung zusammenhängt. Dabei wird Lateinamerika – über seine Bedeutung als Exilregion hinaus - als ein Ort verstanden, an dem konkrete Erfahrungen im Bereich der Aufarbeitung von Diktaturen gemacht und ein bestimmtes Wissen darüber akkumuliert wurde, dass heute international verfügbar ist. Das vorliegende Projekt will die zahlreichen Verwobenheiten und die Verschränkung von lokalem und globalem Wissen anhand bestimmter Themen wie den desaparecidos exemplarisch verdeutlichen und versteht sich damit als ein empirischer Beitrag zu einer transnationalen Geschichtsschreibung, die die grenzüberschreitenden Verflechtungen und Bezüge in den Vordergrund stellt und beispielhaft die spanische und lateinamerikanische Geschichte in einen globalen Kontext einordnet.

Institution:

Lateinamerika - Institut

Forschungsschwerpunkt: