Bilderserien als geschichtliche Dokumentationsform zu Beginn der spanischen Herrschaft

Die ersten Darstellungen früherer Inkaherrscher lassen sich auf das Jahr 1571 zurückdatieren. Der damalige Vizekönig Toledo ließ vier Ölgemälde anfertigen, welche die politisch-genealogische Abfolge der Herrscher des früheren Inkareiches darstellte. Die Gemälde wurden dann zusammen mit von Juan Sarmiento de Gamboa erstellten Chronik dem König von Spanien zugesandt. Ziel war es, den König  über die vorspanische Geschichte der eroberten Gebiete in der neuen Welt zu informieren. Die Kombination chronistischer Geschichtsschreibung in Verbindung mit bildlichen Darstellungen genealogisch-mythologischer Abfolgen der durch mehrere Jahrhunderte regierenden Inkaherrscher stellte zu Beginn der spanischen Herrschaft eine beliebte Präsentationsform präkolumbischer Ereignisse dar. Als Beispiel hierfür können die Arbeiten von Felipe Guaman Poma de Ayala (Bsp.) oder Martín de Murúa angeführt werden. Viele solcher Darstellungsformen lassen sich als Auftragsarbeiten im Namen der spanischen Krone identifizieren, die der Dokumentation präkolumbischer Geschichte dienen sollten.

MB