9. Inkaherrscher Pachacutec Inka Yupanqui

Der Geburtsname von Pachacutec lautete ursprünglich Cusi Yupanqui. Er war einer der vier Söhne von Viracocha. Pachacuti ernannte sich zum König, nachdem das Königreich Cusco von der indigenen Gruppe der Chanca angegriffen wurde und Pachacutec das Königreich seines Vaters erfolgreich verteidigt hatte. Im Laufe seiner Regierungszeit machte er sich einen Namen als einer der tapfersten, kriegerischsten und weisesten Inka-Herrscher seit Anbruch jener Dynastie. In seiner Eigenschaft als König reformierte er zahlreiche Riten und Zeremonien, ließ Tempel erweitern und verschönern, stellte neue Priester und Minister ein, komponierte eigene Gebete, die bei der Durchführung von Opferzeremonien zum Tragen kamen und erfand den Kalender neu, in dem er das Jahr in 12 Monate aufteilte von denen jeder seinen Namen trug. Er war es auch, der die gesamte politische und wirtschaftliche Struktur umorganisierte, so dass ein zentralistischer Staatsapparat entstand. So ordnete er z.B. neue Methoden zur Bearbeitung von Ackerböden (den Terrassenbau) an und ließ Speicher um Cusco herum bauen, die er regelmäßig mit Lebensmitteln füllen ließ. Jene Maßnahmen verhalfen dem Königreich zu einer zunehmenden ökonomischen Prosperierung. Darüber hinaus erweiterte er das Königreich Cusco zum Tawatinsuyu im Rahmen zahlreicher Eroberungszüge. Unter Pachacutec Inca Yupanqui eroberten die Inka um 1450 ohne große Mühe das Territorium der Colla, die am Ufer des Titicacasees siedelten. Kurz danach nahmen sie die Region von Arequipa bis zur südlichen Küste ein. Weiter gingen die Eroberungen im Norden bis zur Stadt Cajamarca, ca. 1.000 km von Cusco entfernt. Auch das Chimúreich fiel 1470 in die Hände der Inka. Seine politischen Taten verhalfen dem Inkakönig zu seinem Namen Pachacutec, welcher auf Quechua „der, der die Welt verändert“ bedeutet.

JL

 

Pachakuti, Cat. 1995.29.10© Brooklyn Museum of Art
aus: Thomas Cummins, Incas Reyes del Perú (2005), S. 296-297 © Banco de Crédito del Perú
© Ethnologisches Museum Berlin