Cuba

Thales Augusto Barretto de Castro

ZI Lateinamerika-Institut

Doktorand

Aufgabenbereich

Literaturen und Kulturen Lateinamerikas

E-Mail tabc@zedat.fu-berlin.de

Thales Augusto Barretto de Castro hat an der Universidade Estadual Paulista (UNESP) in Assis, Brasilien, von 2006 bis 2009 ein Lehramtsstudium in den Fächern Brasilianistik und Germanistik absolviert. 2010 bis 2013 folgte das Masterstudium in Literatur- und Übersetzungswissenschaften an der Faculdade de Filosofia, Letras e Ciências Humanas der Universidade de São Paulo (FFLCH/USP) mit Förderung durch die brasilianische staatliche Stiftung CAPES. 2013 wurde diese Arbeit über die Rezeption von Clarice Lispector in Deutschland im Institut für Deutsche Sprache und Literatur der Universidade de São Paulo ausgezeichnet. Seit 2009 ist er zudem als Lehrer für deutsche und englische Sprache sowie für portugiesische Sprache und brasilianische Landeskunde tätig.

Seine Forschungsschwerpunkte umfassen Brasilianistik, Germanistik, Philosophie, Ökokritik, Wissenschaftsstudien, Rezeptionsstudien, Literatur- und Übersetzungswissenschaften. Seit November 2013 ist er Doktorand am Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin.

Dissertationsprojekt: Aus der Naturperspektive: Eine ökokritische Lektüre der nicht-menschlichen Welt im Werk der brasilianischen Autorin Clarice Lispector

Dieses Promotionsvorhaben verfolgt das Ziel, das Werk der brasilianischen Schriftstellerin Clarice Lispector (1920-1977) nach öko- und wissenschaftskritischen Aspekten zu analysieren. Trotz der weltweit umfangreichen Sekundärliteratur zu Lispectors Werk bleiben wesentliche Aspekte ihrer Texte immer noch unberücksichtigt. Dies berührt vor allem die vielen Anknüpfungspunkte zwischen Lispectors literarischen und ‘mystischen‘ Weltdarstellungen und bestimmten Diskursen in der aktuellen Theoriebildung, die die strikte Trennung von Natur und Gesellschaft, Kultur und Barbarei, Menschen und Nicht-Menschen, Subjekt und Objekt nachdrücklich hinterfragen. Mit den Arbeiten vor allem von Eduardo Viveiros de Castro, Bruno Latour und Philippe Descola steht erst in jüngster Zeit ein vielversprechendes Instrumentarium zur Verfügung, mit dem man diese Art von "Kosmologie" wissenschaftlich-terminologisch genauer und ergiebiger fassen kann. Clarice Lispectors Werk bietet sich vor dem Hintergrund dieser Theorien für eine modernekritische und gleichzeitig ökokritische Lektüre an, die in dieser Dissertation verfolgt wird.