© Julia Große

Santa Marta

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Der Nationalpark Tayrona im Norden Kolumbiens
Bildquelle: Rebecca Paulus

Sierra Nevada von Santa Marta, 19.03.2015: 

Am Vormittag hatten wir nach einem zweistündigen Aufstieg die Möglichkeit einen Sitio der Kogui in der Sierra Nevada de Santa Marta und die angeschlossene Grundschule kennen zu lernen und mit Personen vor Ort ins Gespräch zu kommen. Der Kontakt konnte durch die Architektin der Schule hergestellt werden, Juana Londoño, die uns auf dem Weg begleitete und zahlreiche Fragen beantwortete. Außerdem begleiteten uns zwei Kogui, die uns im Anschluss über das Schulgelände führten und eine Zusammenkunft mit den Schülern_innen und Lehrern_innen ermöglichten. Die Schule und der Sitio wurden 2010 mit Unterstützung der kolumbianischen Regierung konstruiert. Hier werden ca. 80 Kinder in den Grundschulstufen (Vorschule und bis zur 5. Klasse) unterrichtet von denen die Mehrheit unter der Woche im schuleigenen Internat untergebracht ist, da ihre Familien mehr als fünf Stunden Fußmarsch von der Schule entfernt wohnen.

Nationalpark Tayrona in Santa Marta 20.03.2015: 

Der letzte Tag der Exkursion führte die Forscher_innen-Gruppe zum Parque Nacional Natural Tayrona. Dieser 1964 gegründete Nationalpark, der sich ca. 35 km nördlich von Santa Marta auf einer Fläche von über 15 ha zwischen Karibikküste und Sierra Nevada im Departamento Magdalena erstreckt, ist einer der meistbereisten Flecken kolumbianischer Erde, nicht zuletzt bedingt durch die hier geschützte Biodiversität an Flora und Fauna. Nach einer guten Stunde Busfahrt wurde die Gruppe am Haupteingang freundlich von einem lokalen guía empfangen. Ein kurzer Videofilm im Eingangsbereich informierte über die Entstehungsgeschichte des Parks, die dort beheimatete Tier- und Pflanzenwelt sowie vor allem über die - angesichts der in den letzten Jahren rasant wachsenden Besucher_innenzahlen für den Schutz der Umwelt notwendigen - Verhaltensregeln.
Bei der sich anschließenden ca. 1 1/2 stündigen abwechslungsreichen Wanderung - über Stock und Stein, bergauf, bergab, durch tropische Wälder und vorbei an malerischen Stränden - konnte die Gruppe dank Informationen vom guía Eindrücke von der Vielfältigkeit des Parks gewinnen.
Sowohl in geographischer Hinsicht als auch in Bezug auf soziale Konflikte wartet der Park, darin unterscheidet er sich mit Nichten von den vorherigen Stationen der Exkursion, mit einer auf den ersten Blick nicht unbedingt zu erfassenden Komplexität auf. So stellt beispielsweise der exorbitant wachsende Tourismus auf der einen Seite eine Einnahmequelle für den kolumbianischen Staat - dem die Nationalparks unterstehen - dar, gefährdet dabei aber auf der anderen Seite die Natur durch Verschmutzung und umstrittene Bauvorhaben von Luxushotels.
Den Tag und damit auch die Exkursion ließen viele aus der Gruppe an einem der Strände bei Reflexionen über die gewonnen Eindrücke und das unter anderem während des Besuches an der Pontificia Unversidad Javeriana am ersten Tag gewonnene theoretische Wissen über den Naionalpark als umkämpftes Territorium entspannt ausklingen. Somit stellte der Besuch im Nationalpark einen spannenden Abschluss dar, der die Exkursion insgesamt abrundete.

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