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Post-Doc-Projekt von Dr. Cecilia Tossounian

Nationale Identitäten, Gender und Globalisierung in Argentinien 1918-1939

Forschungsproject

Dieses Forschungsprojekt analysiert globale Ausformungsprozesse von Gender- und nationalen Identitäten. Konkret untersucht es, wie Repräsentationen von Gender verschiedene Arten der Vorstellung nationaler Identitäten in Argentina formten und welche Rolle die globale Verbreitung von Geschlechterbildern in der Entstehung dieser nationalen Identitäten einnahm.

Hierfür fasse ich erstens ins Auge, wie die Figur der „neuen Frau“ konstruiert wurde, die, wie gezeigt wird, eine positive Sichtweise der Moderne verkörperte, und wie diese dazu diente, ein Bild Argentiniens als „fortgeschrittener“ Nation aufzubauen. Diese weibliche Figur war eng verbunden mit den politischen und sozialen Interessen einer feministischen Bewegung, deren transnationale Eigenschaften zu dieser Zeit hervorstachen.

Zweitens konzentriere ich mich darauf, welche Rolle bestimmte weibliche und männliche Figuren bei der Symbolisierung von Konzepten wie „Tradition“ und „Moderne“ spielten, um eine nationale Identität herauszubilden. Nationalistische Diskurse zwischen den Weltkriegen versuchten eine „moderne“ Nation zu kreieren, die aber auch ihre Einzigartigkeit zum Ausdruck können bringen sollte. Der Geschlechterunterschied hatte eine Schlüsselrolle in der Verwirklichung dieser Diskurse und entwickelte, im Zusammenhang mit anderen sozialen Kategorien wie Ethnizität, einen dynamischen und komplexen Diskurs nicht nur über sich verändernde geschlechtliche Identitäten, sondern auch über Repräsentationen der Nation.

Das Projekt möchte die bisher begrenzte Literatur zum Verhältnis zwischen Gender- und nationalen Identitäten in Lateinamerika, insbesondere in Argentinien, erweitern, und strebt danach eine Brücke zu errichten zwischen zwei Forschungsrichtungen, die bis vor kurzem üblicherweise separat betrachtet wurden: Nationalismus und Gender.