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Mitarbeiter*innen

Stephanie Schütze

Stephanie Schütze ist Professorin für Kulturanthropologie mit Schwerpunkt Gender- und Migrationsforschung. Die Genderperspektive war und ist für ihre Forschungsarbeiten zu politischer Kultur, sozialen Bewegungen und Migration prägend. Seit ihrem Studium der Ethnologie und der Altamerikanistik führte sie breite ethnographische Untersuchungen in unterschiedlichen Kontexten mit indigenen Gruppen, Migrant/innen, Aktivist/innen von Stadtteilbewegungen in Mexiko und den USA durch. In diesen Forschungskontexten wurde deutlich, dass die Genderperspektive sowohl empirisch als auf theoretisch einen tieferen Blick auf das Verständnis der untersuchten gesellschaftlichen Phänomene ermöglichte. Aktuell leitet sie die DFG-Forschungsprojekte „Fußball als Zugehörigkeitsraum: Amateurfußballteams lateinamerikanischer Migrant/innen in Rio de Janeiro und São Paulo“ und „Migration and Organized Violence“ (zusammen mit Ludger Pries von der Ruhruniversität Bochum). In der Lehre bietet sie im Genderprofil Lehrveranstaltungen zu Genderkonstruktionen in Lateinamerika, Gender und Migration und dekolonialen feministischen Theorien an.

Teresa Orozco Martínez

Renata Motta

“Mein Forschungsinteresse an Gender steht in Beziehung mit den Themen Ernährung, Umwelt und Feminismus. Dieser Fokus erwuchs während der Forschung zu meiner Dissertatation zu sozialen Mobilisierungen gegen genmanipuliertes Getreide in Argentinien und Brasilien, als mir klar wurde wie Frauen-Bewegungen sich eines anderen Protest-Repertoires bedinen und wie sie die Forderungen nach Frauen-Rechten mitdem Kampf gegen Agrar-Kapitalismus kombinierten oder Mutterschaft als MIttel der Politisierung sozio-ambientaler Ungliechheiten verwendet wurde. Zudem kam ich mit Feminismus in Kontakt, als ich mich mit sozialen Bewegungen befasste, die die Politisierung der Nahrungsmittelindustrie und die Umwelt in Brasilien vorantreiben. Mein Forschungsprojekt Bridging Environments: United by Food? widmet sich der Frage wann Koalitionen zwischen ganz unterschiedlichen Aktuer*inen entstehen. Es untersucht den Aufbau von Solidaritätsstrukturen zwischen Frauenbewegungen, ländlichen Verbänden, Bauer*innen, Umweltaktivist*innen, indigenen und black movements, Gewerkscahftsmitgliedern, Feminist*innen, Konsument*innenrechtbewegungen und deren Allianzen mit anderen sozialen Akteur*inenn wie Wissenschaftler*innen, zuvor nicht mobilisierten Gemeinschaften, Politiker*innen, staatlichem Verwaltungspersonal, Jounralist*innen und NGOs. Intersektionalität ist bei der Untersuchung von Koalitionenbildung die bevorzugte Perspektive – nicht zueltzt bedingt durch die derzeitigen Herausforderungen das Andere miteinzubeziehen, mit denen sich feministische Bewegungen befassen und denen sie sich radikal verschrieben haben. Das bedeutet eine postkoloniale Kritik zusammen mit einer Kritik an den Konzepten der class- und gender-domination. In meiner Nachwuchsforscher*innengruppe Food for Justice: Power, Politics and Food Inequalities in a Bioeconomy (‘Lebensmittelgerechtigkeit: Macht, Politik und Ernährungsungleichheiten in einer Bioökonomie‘) kombinieren wir theoretische Perspektiven auf globale Ungelichheiten, feministische und gender-Theorien mit der Forschung zu sozialen Bewegungen und food justice. Sicherlich ist es unmöglich die tiefgreifenden geschlechterbasierten Unterschiede in der Lebensmittelproduktion, -verteilung, -zubereitung und -konsum zu übersehen. Uns interessieren die jüngsten Formen Beziehungen zwischen Menschen, aber auch zwischen Menschen und der Natur aufzubauen. Ein gängiger Sloagen innerhalb der agrarökologischen Bewegung ist: Ohne Feminismus (gibt es) keine Agrar-Ökologie."

Martha Zapata Galindo

Mariana Simoni

Die Gender-Perspektive erscheint mir in jeder akademischen Forschung grundlegend, da sie die Berücksichtigung konstitutiver Aspekte von Normen, die Ungleichheiten produzieren, sowie das Nachdenken über Möglichkeiten des Widerstands beinhaltet.

Karlotta Jule Bahnsen

Karlotta Jule Bahnsen ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Sozial- und Kulturan-thropologin am Lateinamerika Institut der Freien Universität Berlin. Im Rahmen ihrer Promoti-on forscht sie zu Süd-Süd Migration und Arbeit im Textilsektor Argentiniens und betrachtet dabei Gender als einen zentralen Faktor intersektionaler Ungleichheit. Die Promotion basiert auf ethnographischer Feldforschung, die in Textilwerkstätten in Buenos Aires durchgeführt wurde und wird und beschäftigt sich mit der sozialen und wirtschaftlichen Situation und Parti-zipation bolivianischer Migrant*innen, die in der lokalen Textilindustrie als Näher*innen und Unternehmer*innen arbeiten. Ausschlaggebend für eine Genderperspektive ist die Erkenntnis, dass Geschlechterverhältnisse und –normen Migrationserfahrungen und soziale Ungleichheit entscheidend prägen. Geschlechterbeziehungen sind daher von zentraler Bedeutung, um die Realität sozialer Akteur*innen verstehen zu können. Diese Beziehungen und Normen sind rela-tional und fluid. Sie entwickeln sich ständig weiter und weisen lokale sowie regionale Prägungen auf, entwickeln durch Migration und Arbeit in globalen Industrien jedoch ein transnationales oder sogar globales Ausmaß.
Die Schnittstelle von Migration, Arbeit und Gender inspiriert auch die Themen ihrer Lehrveran-staltung am Lateinamerika Institut, wie zum Beispiel zu prekären Situation von Frauen in un-terschiedlichen Arbeitskontexten, wie der Pflege- und Hausarbeit, der Landwirtschaft, Textilin-dustrie und im informellen Sektor oder zu Geschlechterbeziehungen und deren Konstruktion in den Produktionsstätten der globalen und lokalen Textilindustrie in verschiedenen Ländern La-teinamerikas.

Marcela Suárez Estrada

Marcela Suárez Estrada arbeitet als promovierte wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lateinamerika-Institut. Ihre Tätigkeit beinhaltet Forschung, Lehre und die Betreuung von Abschlussarbeiten. Sie ist spezialisiert im interdisziplinären Feld der Wissenschafts- und Technologieforschung und forscht zur digitalen Kultur, Wissensnetzwerken, feministischer Politik, Dynamiken neuer Technologien und digitalen Methoden. Ihre Arbeit baut auf feministischen Perspektiven auf, um das neue Feld von Feminist Technoscience Studies zu konsolidieren und hinterfragt die Neutralität der digitalen Technologien und Räume und sammelt neue Erkenntnisse zur transnationalen Artikulation von Frauenpolitik, Ermächtigung und Strategien der Gegenmacht in Zeiten der Digitalisierung.

Ana Nenadovic

"Zu den Gender Studies kam ich über mein Studium der Afrikawissenschaften. Die Lektüre von Werken außergewöhnlicher Autorinnen, wie Buchi Emecheta, Flora Nwapa und Ama Ata Aidoo aus einer älteren Generation und Chimamanda Ngozi Adichie, Sefi Atta als Vertreterinnen jüngerer Generationen, führten mich zunächst zu Texten aus den Postcolonial Studies und, schließlich, zu einer Auseinandersetzung mit Werken der Gender Studies. Die intersektionale Perspektive war durch diesen Einstieg über afrikanische Literaturen von Beginn an eine wesentliche für mich.
Meine Studien der afrikanischen und lateinamerikanischen Literaturen führten mich schließlich auch zu meinen Dissertationsprojekt, in welchem ich Romane von den beiden Kontinenten aus Gender Perspektive betrachte."

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Studien der Inklusion, Intersektionalität und sozialer Gleichheit