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Humboldt-Forschungspreis für Max Paul Friedman

Prof. Dr. Max Paul Friedman

Prof. Dr. Max Paul Friedman
Bildquelle: © American University

News vom 24.01.2019

Der Historiker Prof. Dr. Max Paul Friedman erhält den mit 45.000 Euro dotierten Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung. Der Wissenschaftler der American University in Washington D.C. wurde von Prof. Dr. Stefan Rinke vom Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin nominiert. Die Humboldt-Stiftung verleiht den Bessel-Forschungspreis jährlich an ungefähr 20 international anerkannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland, die sich durch herausragende Forschungsleistungen auszeichnen und die ihre Promotion vorn nicht mehr als 18 Jahren abgeschlossen haben.

Max Paul Friedman ist in seiner Generation ohne Zweifel der anerkannteste Historiker auf dem Gebiet der interamerikanischen Beziehungen des 20. Jahrhunderts. Bereits mit seiner Promotionsschrift hat er einen zentralen Beitrag zur transnationalen Geschichte des Zweiten Weltkriegs geleistet. Friedman ist nicht allein ein weltweit anerkannter Spezialist der Geschichte der US-Außenpolitik, sondern auch der internationalen Beziehungen im Allgemeinen. Seine Forschungen, die sich insbesondere auf Themen der Ideologien, Migration, Kultur, Staatlichkeit sowie auf die Zirkulation von Ideen konzentrieren, haben in den vergangenen Jahren die wissenschaftlichen Debatten nachhaltig beeinflusst.

Bekanntheit erlangte Friedman durch seine Monographie Nazis and Good Neighbors: The United States Campaign against the Germans of Latin America in World War II, die Cambridge University Press 2003 veröffentlichte. Für dieses innovative Werk erhielt er zwei über die Grenzen der USA hinaus bekannte Auszeichnungen: den Hoover Book Prize in US-amerikanischer Geschichte und den A.B. Thomas Book Prize in Lateinamerikastudien. Auch mit seinem zweiten Buch Rethinking Anti-Americanism: The History of an Exceptional Concept in American Foreign Relations (Cambridge University Press, 2012) konnte er neue Akzente setzen und die Sichtbarkeit seiner Forschung international ausbauen. Seine preisgekrönten Publikationen basieren auf der Forschung in mehr als einem Dutzend Ländern und der Analyse von Quellen in sechs Sprachen.

Zu seiner Gesamtpersönlichkeit und zur Spitzenstellung tragen zahlreiche Auszeichnungen bei. In den vergangenen Jahren hat er mehr als 50 Preise, Stipendien und angesehene Fellowships eingeworben. Ihm wurde unter anderem ein Guggenheim Fellowship, ein Woodrow Wilson Fellowship, ein Fulbright Special Grant sowie ein Humboldt-Forschungsstipendium verliehen, das ihn mehrmals nach Deutschland führte. Darüber hinaus ehrte ihn die wichtigste Berufsorganisation in seinem Forschungsfeld, die Society for Historians of American Foreign Relations (SHAFR), mit fünf Preisen und Fellowships. Darunter befinden sich der Bernath Lecture Prize für exzellente Lehre und Forschung sowie das W. Stull Holt Fellowship, das für konzeptionelle Innovationskraft verliehen wird. Die Ernennung zum Distinguished Lecturer durch die Organization of American Historians unterstreicht das hohe Ansehen, das er in der Hochschul- und Wissenschaftslandschaft genießt.

Einem breiteren Publikum in den USA, in Lateinamerika und in Deutschland dürfte Max Paul Friedman darüber hinaus als in der Presse und im Radio präsenter Experte bekannt sein. Auch in Zukunft ist von Friedman zu erwarten, dass er seine Fähigkeit, fundierte historische Forschungen der transnationalen Geschichte unterschiedlicher Weltregionen mit gegenwärtig hoch relevanten politischen Problemen zu verknüpfen, in die gesellschaftlichen Debatten einbringen wird.

Stefan Rinke und Max Paul Friedman pflegen seit fast zwei Jahrzehnten eine enge wissenschaftliche Kooperation, die auf dem gemeinsamen Interesse an Fragen der interamerikanischen Beziehungen basiert. Mit der Verleihung des Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreises sind zwei Forschungsaufenthalte verbunden, die Friedman 2019 und 2020 am Lateinamerika-Institut verbringen wird. Ein besonderes Anliegen der Zusammenarbeit sind die Veranstaltung von Workshops in Berlin und in Washington, die Publikation von Forschungsergebnissen sowie die gemeinsame Nachwuchsförderung, die insbesondere im Rahmen des neuen Internationalen Graduiertenkollegs „Temporalities of Future“ an der Freien Universität stattfinden wird.

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Weitere Informationen:

Prof. Dr. Stefan Rinke, Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 838-55588, E-Mail: rinke@zedat.fu-berlin.de

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