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Studieninhalte

Worum geht's? Hier erhältst du einen Überblick!

Das 60-LP-Modulangebot Lateinamerikastudien bietet dir einen Überblick über die Region Lateinamerika aus geschichts-, literatur-, wirtschafts- und politikwissenschaftlicher, soziologischer sowie anthropologischer Perspektive. Geistes- und sozialwissenschaftliche Inhalte, Thematiken und Herangehensweisen werden gleichermaßen adressiert und auch in interdisziplinären Zusammenhängen diskutiert. Neben kulturellen Repräsentationen und Dynamiken werden gesellschaftliche Transformationsprozesse unter Berücksichtigung der Einbindung Hispanoamerikas und Brasiliens in den Weltkontext anhand von Beispielen behandelt. Im gesamten 60-LP-Modulangebot findet die Thematisierung von Genderverhältnissen sowie von kulturellen und sozioökonomischen Differenzen Berücksichtigung. Gleichermaßen werden lokale und regionale Besonderheiten sowie Austausch- und Verflechtungsprozesse in einer globalisierten Welt betrachtet. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich mit sprachlicher und kultureller Vielfalt zu befassen. Die grundlegende Vermittlung und Beschäftigung mit den wichtigsten methodischen und theoretischen Herangehensweisen verschiedener Fächer ermöglicht eine Auseinandersetzung mit dem Gewordensein Lateinamerikas sowie dessen Rolle in der Welt. Insbesondere kritische Ansätze aus der Perspektive außereuropäischer Gesellschaften werden einbezogen.

Das Modulangebot besteht aus vier Pflichtmodulen im Umfang von jeweils 10 LP in den ersten beiden Studienjahren. Im dritten Jahr werden drei Wahlpflichtmodule im Umfang von jeweils 10 LP angeboten, von denen zwei gewählt und studiert werden müssen. Innerhalb von drei Jahren bzw. sechs Semester werden so 60 LP in insgesamt sechs Modulen erworben. → hier geht's zur Visualisierung des Studienverlaufs
Muro pintado

Muro pintado
Bildquelle: Noemi Stelzig, Bogotá 2011

Qualifikationsziele:

Die Studierenden erwerben grundlegendes Wissen über Lateinamerika aus regionalwissenschaftlicher Perspektive. Sie kennen erste wichtige Zugänge, Debatten und Ansätze der Lateinamerikastudien. Die Studierenden entwickeln anhand ausgewählter Beispiele ein kritisches Verständnis für unterschiedliche wissenschaftliche Perspektiven. Sie sind in der Lage, transnationale und globale Verflechtungen Lateinamerikas zu erkennen und deren Bedeutung für die Region zu reflektieren. Des Weiteren lernen sie besonders in diesem Modul die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens sowie Prinzipien guter wissenschaftlicher Praxis kennen und wenden diese an. Das Modul fördert die interkulturelle Kompetenz und bereitet die Studierenden darauf vor, im weiteren Studienverlauf analytische und methodische Fähigkeiten im Kontext der Lateinamerikastudien zu entwickeln.

Inhalte:

Das Modul vermittelt eine allgemeine Einführung und die wissenschaftliche Beschäftigung mit ausgewählten Themen, Beiträgen und Akteur*innen der Region. Die Studierenden befassen sich mit einer Auswahl der in den Regionalwissenschaften zentralen Zugänge, Debatten und Ansätze. Anhand exemplarischer Fälle und Lektüren werden historische und aktuelle Fälle und Entwicklungen Lateinamerikas thematisiert. Ein Fokus liegt auf dem Umgang mit wissenschaftlicher Literatur u. a. aus lateinamerikanischer Perspektive sowie den Prinzipien wissenschaftlichen Arbeitens und guter wissenschaftlicher Praxis. Das Modul dient als Grundlage für die methodisch-analytische Vertiefung in den folgenden Modulen.

 

Das Modul besteht aus einem Seminar A (Einführung in die Lateinamerikastudien) und einem Seminar B. Seminar A wird immer im Wintersemester angeboten, Seminar B im Sommersemester.

Qualifikationsziele:

Die Studierenden besitzen grundlegende Kenntnisse der Geschichte Lateinamerikas von den präkolumbischen Kulturen bis zur Gegenwart. Sie sind in der Lage, ausgewählte Phänomene, Entwicklungen, Ereignisse und Debatten historisch einzuordnen und zu analysieren. Zudem können sie einen Perspektivwechsel auf andere Realitäten vollziehen und verstehen die historische Entwicklung insbesondere kultureller, sozioökonomischer und geschlechtsspezifischer Differenzen in lateinamerikanischen Gesellschaften.

Inhalte:

In diesem Modul wird ein Überblick über die historische Entwicklung Lateinamerikas vermittelt. Ausgewählte Momente und zentrale Akteur*innen und Debatten verschiedener Jahrhunderte erhalten Aufmerksamkeit. Dabei werden auch Ansätze der historisch orientierten kultur- und sozialwissenschaftlichen Forschung unter Einbeziehung unterschiedlicher Quellen und Fälle interpretiert und diskutiert. Weiterhin wird ein Einblick in die Diskussion um Lateinamerikas Einbindung in globale historische Zusammenhänge gewährt. Die Auseinandersetzung mit grundlegenden methodischen und theoretischen Vorgehensweisen der Geschichtswissenschaft ermöglicht eine Analyse der Konstituierung Lateinamerikas hinsichtlich kultureller, sozioökonomischer und geschlechtsspezifischer Differenzen.

 

Das Modul besteht aus einer Vorlesung und einem Seminar. Die Vorlesung wird immer im Wintersemester angeboten, das Seminar immer im Sommersemester.
Buenos Aires

Buenos Aires
Bildquelle: Mauro Martínez

Qualifikationsziele:

Die Studierenden besitzen grundlegende Kenntnisse von Entwicklungstheorien, -konzepten und
-debatten unter besonderer Beachtung von ökonomischen und ergänzend von politologischen und soziologischen Ansätzen. Sie verstehen zudem die Arbeits- und Wirkweisen internationaler Akteur*innen, Organisationen und Institutionen und analysieren verschiedene Ansätze der wirtschaftlichen Entwicklung auch unter Berücksichtigung der Genderperspektive.

Inhalte:

Das Modul vermittelt einen Überblick über volkswirtschaftliche Aspekte Lateinamerikas im Allgemeinen sowie Theorien und Ansätze zur Analyse von Entwicklung im Konkreten, wobei kritische Ansätze aus der Perspektive außereuropäischer Gesellschaften einbezogen werden. Durch systematische Vergleiche mit anderen Regionen des Globalen Südens (insbesondere Subsahara-Afrika, Süd- und Südostasien) werden regionale Entwicklungsmuster, strukturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede analysiert. Weiterhin werden Fragen der Finanz-, Wirtschafts- und Entwicklungspolitik (insbesondere ökonomische und andere sozialwissenschaftliche Ansätze) diskutiert. Der globale Kontext gesellschaftlicher Prozesse in Lateinamerika wird durch die Untersuchung von Akteur*innen und Logiken u. a. in den Bereichen Handel, Finanzen, Umwelt, internationale Rechtssysteme betrachtet. Anhand theoretischer und empirischer Untersuchungen und ökonomischer Fragestellungen wird ermöglicht, das Verhältnis von Wirtschaft, Entwicklung und Ungleichheiten unter Einbeziehung von Geschlechterverhältnissen zu diskutieren.

 

Das Modul besteht aus einer Vorlesung und einem Seminar. Vorlesung und Seminar werden immer im Wintersemester angeboten.
Oaxaca

Oaxaca
Bildquelle: Doris Dousat-Leitner

Qualifikationsziele:

Die Studierenden besitzen grundlegende Kenntnisse über die jüngeren bzw. gegenwärtigen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Problemkonstellationen der lateinamerikanischen Gesellschaften im globalen Kontext. Sie sind in der Lage, aktuelle Krisen, Konflikte, Herausforderungen, Ansätze und Debatten unter besonderer Berücksichtigung der das 20. und 21. Jahrhundert prägenden regionalen und globalen Entwicklungen theoretisch und methodisch zu untersuchen.

Inhalte:

In diesem Modul werden die Studierenden in die Diskussionen sozialer, wirtschaftlicher und politischer Debatten des 20. und 21. Jahrhunderts in Lateinamerika eingeführt. Es werden insbesondere politische Systeme und unterschiedliche Herrschaftsformen (z. B. Militärdiktaturen, Autoritarismus, Populismus, Demokratie) betrachtet. Weiterhin wird durch die Betrachtung etwa von Ungleichheitsstrukturen, Migrationsbewegungen und Gewaltformen in lateinamerikanischen Gesellschaften sowie Austauschprozessen und Grenzziehungen eine transnationale Perspektive vermittelt. Ein weiterer Schwerpunkt dieses Moduls ist die Analyse gesellschaftlicher und politischer Transformationsprozesse, wobei der Bezug auf Ethnizität sowie geschlechtsspezifische, sozioökonomische und kulturelle Verhältnisse in besonderer Weise berücksichtigt werden.

 

Das Modul besteht aus zwei Seminaren. Die Seminare werden immer im Sommersemester angeboten.

Qualifikationsziele:

Die Studierenden besitzen grundlegende Kenntnisse über ausgewählte literarische Werke der lateinamerikanischen Wissensproduktion (literarische, kulturhistorische, sozialgeschichtliche, u. a.) sowie über textwissenschaftliche Ansätze und Interpretationstraditionen, die zur Konstituierung der lateinamerikanischen Kulturen beigetragen haben. Sie können diese unter Beachtung der Besonderheit der Region Lateinamerika in historische, kulturelle und mediale Kontexte einordnen. Sie verstehen essayistischer Repräsentationsformen Lateinamerikas (z. B. Theorien lateinamerikanischer Essayistik, gattungsspezifische Genese und Transformation, Rezeptionsprozesse, kulturtheoretische Debatten) und ihre Transformation im Zusammenhang von kontinentalen und globalen Verflechtungsprozessen.

Inhalte:

In diesem Modul stehen ausgewählte essayistische Werke Lateinamerikas im Fokus, die einen Eindruck von der Vielfalt und den Besonderheiten lateinamerikanischen essayistischen Denkens und Schreibens und seiner kulturspezifischen Funktion vermitteln. Die Studierenden werden im Rahmen der Beschäftigung mit Essays unterschiedlicher disziplinärer Herkunft (Literatur- und Kulturgeschichte, Geschichte, Gesellschaftstheorie, u. a.) in textwissenschaftliche und kulturtheoretische Interpretationsansätze ein­geführt und mit der historischen und kulturellen Einordnung der Texte im regionalen Kontext vertraut gemacht. Dabei werden ausgewählte essayistische Repräsentationsformen Lateinamerikas analysiert und ihre Transformation infolge der kontinentalen und globalen Verflechtungsprozesse anhand von historischen und gegenwärtigen Fällen mittels textwissenschaftlicher und textkritischer Fragestellungen exemplarisch diskutiert.

 

Das Modul besteht aus zwei Seminaren. Ein Seminar wird im Wintersemester angeboten, ein weiteres Seminar im Sommersemester.

Qualifikationsziele:

Die Studierenden erwerben grundlegende Kenntnisse über die sozialen und politisch-kulturellen Dynamiken Lateinamerikas und deren transnationale Verflechtungen. Sie lernen Ansätze und Theorien zu komplexen sozialen Beziehungen und politisch-kulturellen Prozessen kennen. Sie sind in der Lage, Ungleichheiten, Machtverhältnisse und Zugehörigkeiten aus dekolonialer und intersektionaler Perspektive zu analysieren. Dadurch sind sie befähigt, Strukturen und Praktiken des Zusammenlebens sowohl in lokalspezifischen Kontexten als auch in globalen Verflechtungs­zusammen­hängen zu interpretieren und zu vergleichen.

Inhalte:

In diesem Modul werden die vielfältigen sozialen und politisch-kulturellen Dynamiken in Lateinamerika beleuchtet. Dabei werden sowohl strukturelle als auch akteurszentrierte Perspektiven des Zusammenlebens vermittelt. Die Studierenden setzen sich mit zentralen Ansätzen zur Untersuchung von Ungleichheiten, Machtverhältnissen und Zuge­hörigkeiten auseinander. Sie lernen dabei dekoloniale und intersektionale Methoden in Bezug auf Geschlecht, Status und kulturelle Differenzen anzuwenden. Anhand von Beispielen werden die Verflechtungen zwischen lokalspezifischen und globalen Dynamiken praxisnah verdeutlicht.

  

Das Modul besteht aus zwei Seminaren. Ein Seminar wird im Wintersemester angeboten, ein weiteres Seminar wird im Sommersemester angeboten.

Qualifikationsziele:

Die Studierenden erwerben grundlegende Kenntnisse über die sprachliche und kulturelle Diversität Lateinamerikas unter möglicher Berücksichtigung indigener Sprachen, Sprachsysteme und Wissensordnungen. Sie reflektieren kritisch eurozentrische Sprachkonzepte und setzen sich mit verschiedenen Epistemologien auseinander. Dabei entwickeln sie ein vertieftes Verständnis interkultureller Kommunikationsprozesse und kultureller Aushandlungspraktiken in pluralen Gesellschaften.

Inhalte:

Das Modul vermittelt einen Überblick über sprachliche und kulturelle Ausdrucksformen in Lateinamerika unter möglichem Einbezug indigener und kolonial überlieferter Sprachen. Grammatik und Vokabular erhalten gleichermaßen Beachtung. Neben der Beschäftigung mit schriftlichen, mündlichen und audiovisuellen Quellen werden kulturelle Praktiken, Wissensformen und Kommunikationsweisen analysiert. Ein besonderer Fokus liegt auf interkulturellen Dynamiken und unterschiedlichen Konzepten von Sprache, Wissen und Kultur sowohl im akademischen als auch im alltäglichen Umfeld.

 

Das Modul besteht aus zwei Seminaren. Ein Seminar wird im Wintersemester angeboten, ein weiteres Seminar im Sommersemester.