Cultural Flows: Indien ≡ Lateinamerika

Verantwortlich: Prof. Dr. Susanne Klengel

Gegenstand des Forschungsprojekts sind die literarischen und kulturellen Beziehungen zwischen Indien und Lateinamerika vom 19. Jahrhundert bis heute. Diese kulturellen Süd-Süd-Beziehungen sind bisher – neben den heute viel beachteten ökonomischen und politischen Verflechtungsdiskursen – nur selten unter dem Gesichtspunkt ihrer vielschichtigen transarealen Vernetztheit wahrgenommen worden.

Das Projekt wird sich daher mit der neueren Geschichte und Gegenwart des literarischen, kulturellen und intellektuellen Austauschs zwischen den beiden Großregionen eingehend und systematisch befassen. Themenfelder sind z.B. die wechselseitige Reiseliteratur seit dem 19. Jahrhundert, Vernetzungen von Zeitschriften oder die Wirkmacht indischer Entkolonialisierungsdiskurse in den intellektuellen Debatten Lateinamerikas bzw. lateinamerikanischer Revolutionsdiskurse in Indien in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ausführlich untersucht werden vor allem die mannigfachen wechselseitigen Literaturbeziehungen bei Schriftstellern wie Victoria Ocampo, Octavio Paz, Pablo Neruda, Julio Cortázar, Severo Sarduy, Cecilia Meireles, Gilberto Freyre, sowie Tagore, M.N. Roy, Salman Rushdie, Ketaki Kushari Dyson und anderen. Auch die komplexen Verflechtungen auf der Ebene postkolonialer Theoriediskurse und die zunehmende mediale Zusammenwirkung von Bilderwelten in den Zeiten der Globalisierung spielen eine zentrale Rolle.

Im Oktober 2011 fand am Lateinamerika-Institut der FU Berlin eine Internationale Fachtagung statt mit dem Titel: SUR/SOUTH. Nuevos pasajes a la India. América Latina - India. Literature and Culture bei der folgende Aspekte zur Debatte stehen:

  • Intellektuelle und der Süd-Süd-Diskurs
  • Zwischen Kulturen reisen / Reiseliteratur
  • Grenzräume und Begrenzungen
  • Kultur/en übersetzen
  • Zirkulation von Theorien und Konzepten
  • Transkulturelle Medien und Inszenierungen