Obraje

Obraje

Obraje
Bildquelle: Obispo Martínez Compañón commons.wikimedia.org/wiki/File:Obraje.jpg

Im Zuge der Arbeitsdienste, die Indigene seit der Eroberung leisten mussten, entstand auch die Arbeit in den obrajes – Textilwerkstätten. Die Zentren der Wolltuchherstellung waren Oaxaca, Puebla und Querétaro in Neu-Spanien und Quito in Ekuador. Hier wurden Tuch, Gebrauchstextilien, aber auch Luxusgüter hergestellt. In diesen Textilwerkstätten mussten die Indigenen unter gesundheitsschädigenden Arbeitsbedingungen und schlechter Behandlung ihre Tributverpflichtungen ableisten.

Im 17. Jahrhundert wiesen „die Gerichte [den obrajes] gegen Zahlung einer Gebühr auch verurteilte Straftäter zu. Da die Arbeitsmoral der Sträflinge gering war, zeigten sich die Unternehmer aber gelegentlich wenig erfreut, ihre Betriebe als Strafanstalt zur Verfügung stellen zu müssen. Daneben griffen sowohl die obrajes als auch der Bergbau in regional und zeitlich unterschiedlichem Ausmaß auf freie Lohnarbeit zurück.“ (Hausberger 2001: 97)

 

Aus: Hausberger, Bernd: Hispanoamerika im „langen“ 17. Jahrhundert. In: Edelmayer (Hrsg.): Die neue Welt. Süd- und Nordamerika in ihrer kolonialen Epoche. Wien 2001, S. 97

König, Hans-Joachim, Helmut Bley: Atlantische Welt. Südamerikanische Form der Wirtschaftsorganisation. Spanisches Imperium. In: Jaeger (Hrsg.): Enzyklopädie der Neuzeit. 2005 (Bd. 1), S. 762