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¡A los Americanos! Deutsche Propaganda in Lateinamerika während des Ersten Weltkrieges (1914 – 1918), Historamericana 45 (Stuttgart: Heinz, 2019)

Historamericana 45 Cover

Historamericana 45 Cover
Bildquelle: Heinz

Carla Russ

Diese Untersuchung widmet sich der deutschen Propaganda in Lateinamerika während des Ersten Weltkrieges aus einer transnationalen Perspektive. Dabei fragt sie zunächst nach den Produktionsbedingungen und zeigt, dass deutsche Propaganda für und in Lateinamerika durch ein plurizentrisches Netzwerk realisiert wurde, dessen Akteure sich nicht zwangsläufig einer deutschen Identität zuordneten oder notwendigerweise mit den Deutschen sympathisierten, sondern auch aufgrund von Interessenkonvergenz in der Zielsetzung mit den Deutschen kooperierten. Diese Abhängigkeit von lokalen Initiativen on the spot hatte auch Konsequenzen für die diskursive Konfiguration der Propaganda. In Argentinien, Chile und Mexiko eignete sich die deutsche Propaganda nationale wie transnationale Identitätsdiskurse an und band sie in ihre Argumentationsstrategien ein, um zwischen ihren Botschaften und den potentiellen Rezipienten Identifikation herzustellen. Die deutsche auswärtige Propaganda in Lateinamerika wurde während des Ersten Weltkrieges somit auch zum Multiplikator lokal relevanter Diskurse, die nicht unmittelbar mit den deutschen Kriegszielen in der Region in Zusammenhang standen, für die Erreichung dieser aber instrumentalisiert werden konnten.

Titel
¡A los Americanos! Deutsche Propaganda in Lateinamerika während des Ersten Weltkrieges (1914 – 1918), Historamericana 45 (Stuttgart: Heinz, 2019)
Verfasser
Carla Russ
Art
Text
Temporalities
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