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Geschichtswissenschaft am Lateinamerika-Institut
Taufschein Amerikas: Die große Weltkarte Martin Waldseemüllers von 1507. © Library of Congress, Washington. Mehr zum Thema hier. |
Seit den Umbrüchen, die mit dem Ende des Kalten Krieges und dem Beginn des 21. Jahrhunderts einhergingen, ist das Bewusstsein dafür gewachsen, in einer Epoche der Globalisierung zu leben. Weltregionen rücken enger aneinander, Distanzen verringern sich, beschleunigte Kontakte werden möglich, aber auch die Konfliktpotenziale wachsen. Wer sich in dieser neuen Konstellation orientieren will, wird den Blick in die Welt wagen müssen, wird sich über gegenwärtige Probleme im Weltzusammenhang informieren und deren historische Grundlagen studieren müssen. Die Globalisierung hat tiefe historische Wurzeln. Sie beginnt ebenso wie unsere Neuzeit mit Amerika.
Die Entdeckung einer für die Europäer neuen Welt ist der Ursprung einer Globalität, die sich mittlerweile enorm beschleunigt und intensiviert hat. Sie ermöglichte ein neues Verständnis der Welt, deren Teil eben nicht nur die "entdeckenden" Europäer waren, sondern auch die Menschen, denen sie dabei - selten friedlich und meist gewaltsam - begegneten. Lateinamerika war das „erste Amerika“ des Zeitalters der Entdeckungen. Es steht damit im Zentrum der historischen Auseinandersetzung mit globalen Interaktionen.
In den Lehr- und Forschungszusammenhängen des Lateinamerika-Instituts, des Friedrich-Meinecke-Instituts, des Center for Area Studies, des Netzwerks Area Histories sowie des Forschungsverbunds Lateinamerika Berlin-Brandenburg (ForLaBB) hinterfragt der Lehrstuhl für Geschichte Lateinamerikas die lokalen, regionalen und nationalen Wandlungsprozesse im jeweiligen historischen Kontext kritisch und analysiert sie in ihren transnationalen und –regionalen Zusammenhängen. Ferner untersucht die Geschichtswissenschaft die Verwendung von Geschichte, die Schaffung von Geschichtsbewusstsein und Erinnerungsorten. Damit stellt sie den Bezug zur Gegenwart her, deren Gewordensein sie mit der Absicht kritischer Aufklärung erforscht.
Univ.-Prof. Dr. Stefan Rinke
Sekretariat: Claudia Daheim
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Tel.: 49 (0)30 838-55573
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