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Herstellungsmethoden

Tragaltar mit "Virgen de la Purificación". Holz und Stuck. 19. Jh. 26x16,5x6 cm. Sammlung Mari Solari. © Jürgen Golte

 

Die Tragaltäre bestehen meist aus einem zylindrischen Körper. Die einzelnen Bauteile sind mit Hilfe von Holzstiften und passgenauen Fugen oder durch schmiedeeiserne Nägel miteinander verbunden. Die Flügel und Türen werden mit Hilfe von Scharnieren und Angeln an den Hauptkörper befestigt und lassen sich in der Regel bewegen. Die Scharniere bestehen vornehmlich aus Eisen, genauso wie die Schlösser und kleinen Türgriffe, welche häufig zu finden sind.
Die Außenwände sind fast immer mit polychromen Tempera- oder Ölbemalungen versehen, zudem sind sie sehr häufig großflächig mit Blattgold verziert. Die Vergoldung erfolgt dabei nach regional sehr unterschiedlichen Verfahren. In der Quito-Schule etwa wurde vorwiegend die estofado-Technik angewandt, bei der die Farben auf einen Goldgrund aufgetragen werden, der dann nach dem Freikratzen von Ornamenten durchglänzt.
An den Innenseiten der Türen finden sich meist aus Schnitzwerk geformte Nischen, in denen die bildlichen oder figürlichen Darstellungen von Heiligen angebracht sind. Die Nischen können zusätzlich durch Zeichnungen oder architektonische Miniaturen, wie etwa salomonische Säulen verziert sein. Die Innenwände der Altarköper sind in der Regel mit Tempera- oder Ölfarben bemalt, gleiches gilt für die Figuren sowie für die auf kleinen Stoffen oder direkt auf das Holz aufgetragenen Bilder.

 

In Europa und auf den Philippinen sind die Figuren überwiegend aus Elfenbein geschnitzt, während sie in Amerika fast ausschließlich aus Holz gefertigt wurden. In Peru jedoch finden sich einzigartige Miniaturen, die aus der piedra de Huamanga, einem besonderen Gestein der Region Ayacucho, gefertigt wurden. Sie sind ebenfalls polychrom bemalt oder vergoldet. Eine weitere Besonderheit aus Peru sind Heiligenfiguren aus einer Gips und Kartoffelmasse; eine Technik, die durch autochthone Traditionen beeinflusst ist.

Gewöhnlich wurden die Figuren durch Holzschnitt und –stichtechniken mit Messer und Stichel angefertigt; Verfahren, die bereits in Altägypten bekannt waren. Anschließend werden die Statuetten mit Schmirgelpapier geglättet und mit Leim überzogen. Danach werden dünne Schichten Gips als Grundierung aufgetragen und hiernach erfolgt die Bemalung.

 

Christian Piarowski