Der Inka-Herrscher als Porträtmotiv

Inka-"Porträtserie" - Audio (gesprochen von Manuela Fischer)

Genealogie der Inka, Mama Ocllo und des Eroberes Francisco Pizarro Peru, vermutlich 19. Jhd., Öl auf Leinwand, Sammler unbekannt, Ethnologisches Museum Berlin.

 


Inka-Portraitserie, VA 66694-66709 © Ethnologisches Museum Berlin

 

 

Einleitung

Diese Gemälde wollen uns in die Welt der Inka führen. Wir sehen eine Reihe von 16 Porträts, die eine Reihe von Inka-Herrschern repräsentieren. Diese "Porträtserie" ist  im 19. Jahrhundert, offensichtlich vor der Unabhängigkeit von Spanien, in der alten Inka-Hauptstadt Cusco entstanden. Die Porträtserie ist in Anlehnung an die Repräsentationen europäischer Herrschergeschlechter als Genealogie bzw. als Dynastie lesbar. Gezeigt wird eine Abfolge der politischen Herrscher der Inka von ihrem mythischen Ursprung (Manco Capac) bis zur spanischen Eroberung. Die Wurzeln solcher Bilderserien, die als Verständniskategorie von Geschichte und Politik zu verstehen sind, reichen jedoch viel länger zurück: die ersten Serien entstanden bereits im 16. Jahrhundert im Auftrag der spanischen Krone.

JL