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Herstellung

MeisterweberInnen im Dienst der Inka

Die besondere Kostbarkeit und der Luxus der inkaischen unku in der cumbi-Qualität ergab sich aus dem Zusammenspiel einer speziellen Webtechnik, der Tapisserietechnik sowie der Verwendung sehr feiner Wolle und der Gestaltung, die unter Androhung harter Strafen nur der Inka-Elite vorbehalten waren.

 

Herstellung eines Tapiz an einem modernen horizontalen Webstuhl in Sucre/ Bolivien. (© Anne Ebert)

Für die Herstellung hochwertiger Textilien wurden Spezialisten, die cumbicamayo (Männer) und acllacuna (ausgewählte Frauen), aus dem gesamten Inkareich zusammengezogen. Sie arbeiteten ausschließlich für den Inka und seine Verwandtschaft. Herstellung und Gestaltung im Dienst der Inka wurden streng kontrolliert, wodurch ein hoher Grad an Standardisierung erreicht wurde.

 

Unku und andere Textilien in der cumbi-Qualität wurden auf vertikalen Webstühlen, die an eine Mauer angelehnt waren, gefertigt. Die längsgespannten Kettfäden bestanden zumeist aus Baumwolle und die querverlaufenden Schussfäden aus gefärbter feiner Vikuna- oder Alpakawolle. Mit den farbigen Schussfäden wurden die Muster und Bilder gewebt. Zur Verzierung verwendete man Federn, Muscheln, Gold- und Silberplättchen. Textilien bestanden in der vorspanischen Zeit aus kompletten Webstücken, die ungeschnitten vom Webstuhl genommen wurden. Bereits während des Webprozesses wurde das Kopfloch mit eingearbeitet. Ein unku wurde in der Mitte gefaltet und an beiden Seiten zusammengenäht.

Gut gearbeitete Stücke, an denen kein loser Faden zu sehen war und bei denen aufgrund der hohen Dichte der Fäden nicht erkennbar war, ob sie längs oder quer gewebt waren, galten als schön und hatten einen sehr hohen Wert.

 

 

Video zur Textilherstellung

 

 

A. E.