Fernando Artavia

Wirtschaftliche Liberalisierung und Staatsreform in Costa Rica- vom Strukturanpassungsprogramm zum Steuerpakt

Diese Forschung untersucht die costaricanische Staatsreform im Rahmen der wirtschaftlichen Öffnung und Liberalisierung, die in der zweiten Hälfte der 80er Jahre mit dem Strukturanpassungsprogramm anfangen. Dabei wird besonderes Augenmerk auf den Versuch die Effektivität der öffentlichen Verwaltung zu erhöhen und den Versuch eine Steuerreform gelegt. Die Hypothese der Forschung lautet so: Obwohl im letzten Viertel des Jahrhunderts, dem Jahrhundert der Liberalisierung der costaricanischen Wirtschaft, eine technokratische Sichtweise über die Staatsreform, deren Ideal einen kleineren, weniger kontrollierenden, effizienteren und weniger paternalistischen Staat vorsah, vorherrschte, steht fest, dass mit dem neuen Wirtschaftsmodell der Staat die Rolle des Kontrolleurs in beträchtlich geringerem Maße einnimmt. Er hat aber nicht in signifikantem Maß an Größe abgenommen, seine Effektivität ist gleichbleibend oder hat sich verschlechtert und er bleibt genauso paternalistisch wie im dem alten Modell der Importsubstitution mit dem einzigen Unterschied, dass jetzt andere Branchen und soziale Akteure von der wirtschaftlichen Unterstützung und den Steuerförderungen profitieren (Tourismus, private Banken, nicht traditionelle Exportgüter, ausländische Investitionen u.a.). Man kann eher von einer Umfunktionierung des Staates sprechen als von seiner Modernisierung oder seiner Reduzierung. Auch das steuerliche Ungleichgewicht bleibt ein herausragendes Problem, für dessen Lösung auf mittlere und lange Sicht kein politischer Konsens besteht, bei der die „Gewinner“ des neuen Modells akzeptieren, die Kosten für den Erhalt der vorteilhaften Konditionen, die sie bis jetzt genossen haben, zu bezahlen.

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