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Felipe Fernández Lozano

Freie Universität Berlin

Lateinamerika-Institut

Doktorand

Altamerikanistik/Kultur- und Sozialanthropologie

Adresse
Rüdesheimer Straße 54-56
14197 Berlin

Ausbildung

seit 6 / 2018          

Doktorand am Lehrstuhl für Sozial- und Kulturanthropologie (Prof. Dr. Stephanie Schütze)

Lateinamerika Institut, Freie Universität Berlin

2015 - 2018

Master in Interdisziplinären Lateinamerikastudien

Freie Universität Berlin

2011 - 2015

Bachelor in Geschichte (Hauptfach) und Sozial- und Kulturanthropologie (Nebenfach)

Freie Universität Berlin

2010- 2011

Studienkolleg zur Erlangung einer Hochschulberechtigung, Schwerpunkt: G - Kurs

Freie Universität Berlin

2008 - 2009

Studienkolleg zur Erlangung einer Hochschulberechtigung, Schwerpunkt: T - Kurs    

RWTH Aachen

Arbeitserfahrung/ Auslandsaufenthalte/ Stipendien

10 / 2018 - 01/2019

Gastwissenschaftler bei Flacso, Ecuador (Facultad Latinoamericana de Ciencias Sociales / dt.: Lateinamerikanische Fakultät für Sozialwissenschaften)

ERASMUS-Stipendiat

10 / 2017 - 9 / 2018

Stipendiat des internationalen Graduiertenkollegs „Zwischen Räumen“

Freie Universität Berlin

10 / 2015 - 9 / 2017

Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Geschichtswissenschaft (Prof. Dr. Stefan Rinke)

Lateinamerika-Institut, Freie Universität Berlin

2015 - 2017

Studentische Vertretung in verschiedenen Universitätsgremien

Lateinamerika-Institut, Freie Universität Berlin

6/ 2013 - 9/ 2017

Studentische Hilfskraft im Teilprojekt D9 des DFG Sonderforschungsbereichs 700 – Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit

Freie Universität Berlin

2 - 4 / 2017

Feldforschung im Rahmen der Masterarbeit in Buenaventura, Kolumbien

8 - 12 / 2016

Studienaufenthalt an der Universidad de los Andes

Bogota, Kolumbien

PROMOS-Stipendiat des DAAD

3 - 7 / 2015

Praktikum bei der NGO VallenPaz im Bereich der ruralen Etwicklungszusammenarbeit

Cali, Kolumbien

6 - 9 / 2014

Mitarbeit an der Ausstellung „Lateinamerika und der Erste Weltkrieg“

Iberoamerikanisches Institut (IAI), Berlin

10/2011 - 12/2012

Studentische Hilfskraft in der Europäischen Akademie e. V., Berlin













November 2011:

Kursleiter: “Introducción a la antropología política de la infraestructura”, Departamento de Estudios Sociales, Flacso Ecuador

Forschungsschwerpunkte und –interessen:

  • Urbane und politische Anthropologie
  • Infrastruktur, Staat, Bürokratie
  • Ungleichheiten in urbanen Räumen
  • Lateinamerika (insbesondere Kolumbien), Afrika, Europa,

 

Promotionsthema:

Infrastruktur und Mikropolitik der Marginalisierung. Stromversorgung in Buenaventura, Kolumbien

Abstract:

Seit den 2000er Jahren wächst innerhalb der Sozial- und Kulturanthropologie das Interesse an der (Stadt)Infrastruktur als Forschungsgegenstand. Die aufkommende Subdisziplin, bekannt als Anthropologie der Infrastruktur, widmet sich dem soziomateriellen und politischen Konstrukt von Straßen, Brücken, Verkabelungs- und Kanalisationssystemen, Gebäuden, Flughäfen, Park- und Sportanlagen, kurz, der Infrastruktur. Der Fokus liegt dabei auf der Alltäglichkeit infrastruktureller Systeme, beispielsweise auf derer Laufbahn von der Planung bis hin zur Konstruktion, konstanter Reparation und möglicher Manipulation. Dabei sind politische Aushandlungs- und Entscheidungsprozesse aller beteiligten Akteure zentraler Bestandteil der Untersuchungen: Wer plant und verwaltet die (Stadt)Infrastruktur? Wie partizipieren StadtbewohnerInnen? Inwiefern sind sie Teil der Infrastruktur als Assemblage von Materialität, politischem Diskurs, soziale Projektionen und Imaginationen? Wie setzt Infrastruktur Inklusion- und Exklusionsmechanismen in Gang? Wie werden über die Infrastruktur Ressourcenzugänge, Bürgerrechte und lokale Machtkonstellationen ausgehandelt? Daran anschließend wird die materielle Unmittelbarkeit von Infrastruktur in Betracht gezogen. Die Infrastruktur, beispielsweise bei der Verwaltung öffentlicher Güter, fungiert dabei als „verlängerter Arm“ der Regierungsmacht in dem sie die Möglichkeiten von Mobilität und Reproduktion in einem biopolitischen Sinne beeinflusst: Wer erhält in welcher Form einen Zugang zu Wasser und Elektrizität in einer Stadt? Wer wird (durch Infrastruktur) von bestimmten Stadtteilen abgetrennt und marginalisiert? Die Methode par excellence der Disziplin, die Ethnographie, ermöglicht eine dichte, qualitative Beschreibung und Analyse dieser Phänomene. Aus dieser Perspektive erscheint Infrastruktur als ein Politikum des Alltäglichen und macht ihren heterogenen Charakter sichtbar.

Der Forschungsgegenstand meines Promotionsprojektes kann dieser Subdisziplin zugerechnet werden. Es behandelt die Stromversorgung in der kolumbianischen Hafenstadt Buenaventura. Ziel der Arbeit ist es, mit anthropologischen Ansätzen, die urbane Infrastruktur als politisches Terrain zu untersuchen. Diverse AkteurInnen spielen bei der Stromversorgung in Buenaventura eine entscheidende Rolle – dazu zählen insbesondere Experten (Unternehmer, Elektroingenieure), staatliche Institutionen, Unternehmen, (Lokal)Politiker und die Zivilbevölkerung selbst (Nutzer, Mitglieder politischer Initiativen, u. a). Die Arbeit geht folgender Frage nach: Wie sind die politischen Mechanismen und Aushandlungenprozesse um die Stromversorgung in Buenaventura konstituiert und was zeichnet sie aus? Das Dissertationsprojekt nimmt die Stromversorgung in der Hafenstadt als politisches Terrain in den Blick. Mit Terrain ist eine komplexe Assemblage gemeint, in der verschiedene Akteure, Diskurse und Materialitäten konvergieren. Die Arbeit widmet sich nicht nur der Energiepolitik auf institutioneller Ebene, d. h mit ihren verschiedenen Regulierungsmechanismen wie etwa die Subventionierung der Stromversorgung, sondern zieht informelle und alltägliche Praktiken in Betracht, kurz eine mikropolitische Perspektive.

 

Artikel in Fachzeitschriften

vorauss. 2019

mit Laurin Baumgardt: Liquid Sovereignty: Terror and aspirations in the Colombian Pacific [In Vorbereitung]

 2018

Rezension zu: Claudia Leal: Landscapes of Freedom. Building a Postemancipation Society in the Rainforests of Western Colombia. Tucson 2018. In: H-Soz-Kult, 22.05.2018.

2017

Review zu: Verónica Ada Abrego: Erinnerung und Intersektionalität. Frauen als Opfer der argentinischen Staatsrepression (1975-1983) von Verónica Ada Abrego. In: CROLAR Vol. 6, H. 2 (2017): 28-30