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Neues Forschungsprojekt: Schwarze Löcher und forensische Imagination

News vom 29.06.2018

Dr. Anne Huffschmid (VW-Stiftung, Förderinitiative "Originalitätsverdacht?")

In der Förderinitiative "Originalitätsverdacht?" Neue Optionen für die Geistes- und Kulturwissenschaften" hat Anne Huffschmid bei der VW-Stiftung Mittel für ein neues Forschungsvorhaben akquiriert: Das Projekt "Schwarze Löcher und forensische Imagination: Eine Nicht-Bild-Geschichte" beschäftigt sich mit der Möglichkeit, extreme Gewalt und ihre Bearbeitung erzählbar zu machen. Der Terror des Verschwinden-Lassens kommuniziert, zu Zeiten der Militärdiktaturen Diktaturen aber auch in den Gewaltszenarien der Gegenwart, die absolute Verfügung über das Menschsein. Als Ausgangspunkt für eine Strategie der Gegenkommunikation werden hier forensische Praxen gesetzt, von Anthropolog*innen aber auch von Gewaltbetroffenen, die den Erzählungen des Terrors eine der Re-Humanisierung entgegensetzen: Sie holen den toten Körper in die soziale Welt zurück, sie können unsichtbar gemachte Verbrechenszusammenhänge rekonstruieren. Im Projekt soll ausgelotet werden, wie sich von solchen forensischen Prozessen in Bild und Text erzählen lässt: Inwiefern können Bilder Gewalt ausüben und wie können wir diese durchkreuzen? Welche ethischen, ästhetischen und (bild)politischen Implikationen hat unser eigenes Bildhandeln? Inwiefern haben Tote Menschenwürde oder gar -rechte? Dabei kann das Vorhaben auf ein umfangreiches Bildarchiv aus mehrjähriger Feldarbeit zurück greifen; als Hintergrundfolie dient das aktuelle Gewaltszenario in Mexiko, wo aktuell neuartige "forensische Landschaften" entstehen. Aus dem Prozess der Bildedition und seiner gleichzeitigen Reflektion, soll – in Zusammenarbeit mit einschlägigen Expertisen – ein multimediales, web-basiertes Format der Veröffentlichung entwickelt werden.

» Volkswagenstiftung

Das Projekt beginnt im November 2018, im Anschluss an das von Anne Huffschmid derzeit durchgeführte Forschungsprojekt "Die Rolle der forensischen Anthropologie in Gewaltszenarien des 21. Jahrhunderts" (Deutsche Stiftung Friedensforschung). Die Laufzeit des neuen Projekts beträgt ein Jahr.

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