Springe direkt zu Inhalt

Trauer um Prof. Dr. Egon Renner

News vom 01.04.2019

Das Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin trauert um

Herrn Prof. Dr. Egon Renner, Honorarprofessor für nordamerikanische Ethnologie

 *13.1.1935  † 7.3.2019

Prof. Dr. Egon Renner leistete von 1997 bis 2005 als Honorarprofessor in der Altamerikanistik am Lateinamerika-Institut der Freien Universität einen wichtigen Beitrag: Er lehrte zur US-cultural anthropology und forschte zu den Native Americans und First Nations Nordamerikas. Seit Beginn seiner universitären Tätigkeit, zunächst als Lehrbeauftragter an der FU Berlin 1988, betreute er eine große Zahl von Magisterarbeiten zu seinem regionalen und thematischen Fachgebiet. Herr Renner brachte seine breite Arbeits- und Lebenserfahrung in die akademische Laufbahn ein, dazu gehörte in seiner Jugend das Lesen von Romanen von Karl May und das Sammeln weiterer populärer Abenteuerliteratur über den Wilden Westen. Später reflektierte er über dieses Genre, etwa im Magazin für Amerikanistik und in den Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft. Er arbeitete als Handwerker in Rheinland-Pfalz und in der Schweiz und studierte Ende der 1950er Jahre Malerei an mehreren Kunsthochschulen in Rom. Seine umfassenden Kenntnisse der nordamerikanischen Indigenen Sprachen erwarb Egon Renner beim Linguisten Heinz-Jürgen Pinnow; 1995 schrieb er einen Beitrag zu seiner Festschrift. 1978 promovierte er am damaligen Institut für Ethnologie der FU Berlin bei Wolfgang Rudolph. Die Dissertationsschrift zu Die Kognitive Anthropologie: Aufbau und Grundlagen eines ethnologisch-linguistischen Paradigmas verfasste Renner vor dem Hintergrund, dass er sich von der kulturhistorischen Schule der deutschen Ethnologie absetzte und stattdessen die induktive Herangehensweise der US-amerikanischen cultural anthropology als wegweisend einschätzte. Seine Dissertation wurde 1980 bei Duncker & Humblot veröffentlicht; auch gehörte er der Redaktion der Zeitschrift für Ethnologie an und schrieb Beiträge für die Zeitschrift Anthropos. 1992 organisierte er gemeinsam mit Erich Kasten und Michael Dürr die Ausstellung über Franz Boas (aus Anlass seines 50. Todesjahres) an der Staatsbibliothek zu Berlin. Während seiner Honorarprofessur am Lateinamerika-Institut wurde Egon Renner von Studierenden und Kolleg*innen gerade aufgrund seines unkonventionellen Zugangs zum Fachgebiet und seines intensiven Einsatzes für die Magisterabsolvent*innen und Promovend*innen geschätzt.

Das Lateinamerika-Institut bleibt Herrn Professor Renner für sein langjähriges akademisches Engagement in großer Dankbarkeit verbunden. Wir trauern mit seiner Familie und seinen Angehörigen.

Das Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin

Die Trauerfeier findet am 11. April 2019, 14:00 Uhr, in der Kapelle Friedhof Sophien II, Bergstraße 29, 10115 Berlin, statt.
22 / 57