Schwarze Löcher und forensische Imagination: eine Nicht-Bild-Geschichte

Projektleitung:
Förderung:

VW-Stiftung, Förderinitiative "Originalitätsverdacht?"

Projektlaufzeit:
16.11.2018 — 15.11.2019

Schwarze Löcher und forensische Imagination: eine Nicht-Bild-Geschichte

Gewaltsames Verschwindenlasssen produziert 'schwarze Löcher' in menschlicher Imagination. Das Projekt beschäftigt sich mit der Möglichkeit, diese Gewalt und ihre Bearbeitung erzählbar zu machen. Der Terror des Verschwinden-Lassens kommuniziert, zu Zeiten der Militärdiktaturen aber auch in den Gewaltszenarien der Gegenwart, die absolute Verfügung über das Menschsein. Als Ausgangspunkt werden hier forensische Praxen gesetzt, von Anthropolog*innen aber auch von Gewaltbetroffenen, die den Erzählungen des Terrors eine der Re-Humanisierung entgegensetzen können: Sie holen den toten Körper in die soziale Welt zurück, sie können unsichtbar gemachte Verbrechenszusammenhänge rekonstruieren. Im Projekt soll ausgelotet werden, wie sich von komplexen forensischen Prozessen in Bild und Text erzählen lässt: Inwiefern können Bilder Gewalt ausüben und wie können wir diese durchkreuzen? Welche ethischen, ästhetischen und (bild)politischen Implikationen hat unser eigenes Bildhandeln? Inwiefern haben Tote Menschenwürde oder gar -rechte? Dabei kann das Vorhaben auf ein umfangreiches Bildarchiv aus mehrjähriger Feldarbeit zurückgreifen; zentraler Bezugspunkt ist das aktuelle Gewaltszenario in Mexiko, wo derzeit neuartige "forensische Landschaften" entstehen. Aus dem Prozess der Bildedition und seiner gleichzeitigen Reflexion, wird – in Zusammenarbeit mit einschlägigen Expertisen – ein multimediales, web-basiertes Format der Veröffentlichung entwickelt.

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