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Interview mit Renata Motta über "Rembrandt Aktuell"

News vom 03.05.2021

Aspekte einer Ausstellung niederländischer Kunst des 17. Jahrhunderts

Rembrandt und seine Zeitgenossen waren fasziniert von den fernen Ländern, deren Waren im 17. Jahrhundert in die Niederlande importiert wurden. Persische Teppiche, chinesisches Porzellan oder japanische Gewänder fanden Eingang in ihre Gemälde. Wie uns heute auffällt, wurde die Kehrseite dieser Weltaneignung nicht dargestellt: das Machtgefälle zwischen den Kulturen, das sich auch in Sklaverei, Gewalt, Ausbeutung und Handelskriegen zeigte. Aber auch das, was gezeigt wurde, ruft 400 Jahre später, auch andere als kunsthistorische Fragen auf. Der Orient blieb in der Bildwelt niederländischer Künstler ein Konstrukt aus Versatzstücken, Stereotypen und Imagination. Das Fremde wurde geschätzt und in den Lebensstil integriert, die westöstliche Begegnung fand jedoch nicht auf Augenhöhe statt. An dieser Einstellung hat sich – zu dieser Reflexion lädt die Ausstellung ein – bis heute in weiten Teilen der westlichen Welt nichts geändert.
 
In einer Folge von fünf Gesprächen werden fünf Aspekte des Eurozentrismus diskutiert. Ausgangspunkt ist jeweils ein in der Ausstellung gezeigtes Werk, das Anregungen gibt, heute aktuelle Fragen zu thematisieren. Mit Stephanie Archangel, Rijksmuseum Amsterdam; Tahir Della, Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland; Renata Motta, Freie Universität Berlin; Anna von Rath, Universität Potsdam und Postcolonial Potsdam und Kadir Sancı, Universität Potsdam.

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