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Interdependente Ungleichheiten

Die Ungleichheitsforschung in und zu Lateinamerika reflektiert die zentrale politische und soziale Bedeutung, die der Frage von Ungleichheiten in der Region zukommt. Für die Untersuchung gegenwärtiger Ungleichheiten ist es erforderlich, die gemeinhin nationalstaatlich gefassten Bezugseinheiten zu erweitern und damit auch den Analyserahmen, von dem diese Definition sowie der Großteil der soziologischen und ökonomischen Ungleichheitsansätze ausgehen. Der nationalstaatliche Analyserahmen ist angesichts von Globalisierungsprozessen nicht (mehr) angemessen. Es gilt, die historische Prägung des interdependenten Charakters sozialer Ungleichheiten zu beleuchten und aufzuzeigen, dass soziale Ungleichheiten Teil einer 'verwobenen Geschichte' der Moderne darstellen, in der die kolonialen Systeme seit mehreren Jahrhunderten die Produktion sozialer Ungleichheiten in Europa und in allen anderen Regionen der Welt verzahnt haben. Im Rahmen der historischen Verflechtungsprozesse zwischen Europa und dem 'Rest' der Welt sind zugleich auch dominante Konstruktionen von Männlichkeit und Weiblichkeit sowie ethnische und 'rassische' Kategorien entstanden, die ebenfalls im Rahmen dieses Forschungsfeldes untersucht werden.

 

 

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