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Limaschule

Schon kurz nach dem Einzug der Spanier in Peru wurde die Stadt Lima als Residenz des spanischen Vizekönigs auserkoren. Die neue Hauptstadt stand damit in direktem Kontakt zu Spanien, was sich auch auf die Kunst auswirkte, so dass der spanische Einfluss in Lima viel stärker zu spüren war als z.B. in Cuzco oder Potosí. Schon bald kamen die ersten Gemälde aus Spanien und Flandern, um von hier aus im ganzen Vizekönigreich Peru verteilt zu werden. In der Kathedrale von Lima gab es ein altes Bild mit der Darstellung der Jungfrau mit dem Kind, das zu der damaligen Zeit als „La Sola“ bekannt war, da es das einzige Bild in der ersten katholischen Kirche war.

1575 begann mit der Ankunft des Jesuiten Bernardo Bitti in Peru die Zeit des Manerismus. 1588-89 folgten ihm andere Maler wie Mateo Pérez de Alessio und Angelino Medoro, die den italienischen Einfluss betonten. Dieser Stil setzte sich ca. bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts durch.

Neben den europäischen Malern gab es auch indigene Künstler in Lima, die bald ihre eigenen Werkstätten errichteten und zumeist im Barrio de Santiago del Cercado lebten und arbeiteten. Hauptthema in den Kunstwerken aus Lima war wie überall im kolonialen Amerika, die Religion, sowohl bei Bilderserien, die als Altarbilder dienten als auch bei Tragaltären, wo Figuren von Christus, Maria, Engeln oder Heiligen gezeigt wurden.

Ende des 17. Jahrhunderts durchlebte Lima nach einer Übergangszeit des Realismus eine farbenfrohe Barockzeit in der im Gegensatz zu weiter vorherrschenden religiösen Themen, profane oder mythologische Motive, wie sie zeitgleich in Europa oft vorkamen, nur in Ornamenten mit Figuren der klassischen Mythologie und Allegorien zum Tragen kamen.

In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts erlebte die Lima-Malerei eine neue Blüte, da die Künstler wichtige Aufträge für die Kirchen in Lima erhielten.

Ende des 18. Jahrhunderts entstand jedoch eine neue Gemäldetradition, die des Großporträts, die im Umfeld des Vizeköniglichen Hofes entstand. In dieser Zeit wirkten Künstler wie José del Pozo, Porträtmaler der Krone, dessen Werke den Übergang von der Kolonialzeit zur Republik darstellten.

Piedad, Anonym-Pintura Limena, 18. Jhd., aus: Pintura en el Virreinato del Perú, (1989), S. 104, n°47 (foto 6 adjunto) © Banco de Crédito del Perú

 

Peggy Goede